Outlet-Center

An der B5 gibt es jetzt ein Dorf für Schnäppchenjäger

Das Outlet-Center an der B5 öffnet am Donnerstag wieder seine Tore - mit neuem Chef, neuer Architektur, neuen Marken. 40 Designer-Läden verkaufen hier Ware mit mindestens 30 Prozent Rabatt. Bis Herbst 2010 sollen es 100 sein.

Ein wenig hat es schon was von Disneyland, diese Ansammlung von pittoresken Gebäuden – mal mit Fachwerk, mal mit Giebelchen – meist in dem Auge schmeichelnden Pastelltönen. Nicht ins Bild passen nur die geschäftigen Handwerker, die wie die Heinzelmännchen schrauben, bohren und hämmern. Verschwunden sein werden sie erst Donnerstag um 10 Uhr, wenn das „Designer Outlet Berlin“ offiziell von Matthias Platzeck und Model Franziska Knuppe eröffnet wird.

Wiedereröffnet muss man sagen, denn das ehemalige „Designer Outlet B5“ gibt es bereits seit neun Jahren. Nachdem drei oder vier verschiedene Betreiber versucht hatten, Shopping-Fans aus Berlin und dem Umland anzulocken – die Anlage war zuletzt nur zu 70 Prozent vermietet –, ist dann vor drei Jahren McArthurGlen eingestiegen. Es ist das erste Mal übrigens, dass das britische Unternehmen, das in Europa 17 derartige Outlets unterhält und Marktführer ist, einen bestehenden Standort übernimmt. 40 Shops sind nun in das „Markendorf“ eingezogen, das einer brandenburgischen Gemeinde „um 1835“ ähneln soll, nicht alle wurden übernommen. 100 bis 120 Shops sollen es insgesamt sein, wenn die zweite Bauphase im Herbst 2010 abgeschlossen sein soll. Dann wird McArthurGlen insgesamt 80 Millionen Euro investiert und etwa 700 Arbeitsplätze geschaffen haben.

Und wohin die Reise gehen soll, wird bereits deutlich, wenn man von der B5 abbiegt: Eine erste Tafel wirbt neben Marken wie Marc O’Polo mit Labels wie René Lezard und Strenesse, auch wenn am Eingang zunächst Adidas und Nike die Besucher begrüßen. Der Philosophie nach sind vorrangig Monomarkengeschäfte willkommen, eine der wenigen Ausnahme bildet „K.i.d.s.“ mit Kinderkleidung von Designerlabels wie Chloé oder Burberry. „Wir sind stolz auf den Mix“, sagt Centre Manager Christian Trapmann. Und betont, dass es sich hier nicht um einen klassischen Fabrikverkauf handele. „Jede Marke präsentiert sich hier wie mit einem regulären Shop.“

Und so möchten die dazugehörigen Manager an diesem Tag auch ungern, dass im Laden Fotos gemacht werden, bevor alles an seinem Platz ist. Das Image, das hier präsentiert wird, darf kein anderes sein als das in den „regulären“ Geschäften in der Innenstadt. „Die Ansprüche der Kunden sind einfach höher geworden“, sagt Trapmann, den auch die viel diskutierte Krise offensichtlich nicht schreckt. „Ich glaube, wir sind grundsätzlich weg von dieser ,Geiz ist geil’-Mentalität. Die Menschen sind zwar preisbewusst, aber sie achten trotzdem auf Qualität.“ Und so denkt er, dass das neue Center auch ein Ort ist, um Menschen an Marken heranzuführen, die sie sonst vielleicht nicht kaufen würden.

Auch wenn demnächst neben der Auto- und Bahnanbindung auch noch Busse vom Bahnhof Elstal zum Outlet führen sollen – ein Abziehen der Kaufkraft aus der City sieht der Centre Manager nicht. Dazu sei die Vielfalt in der Innenstadt zu groß. Im neuen Designer Outlet wird es natürlich auch keine aktuelle Ware zu kaufen geben, sondern Teile aus vergangenen Saisons, Restposten, Bestände aus Überproduktionen. Reduziert sind diese bis zu 70, mindestens aber um 30 Prozent. Der Hauptumsatz wird an Freitagen und Sonnabend gemacht – dann könnten laut Betreiber bis zu 25.000 Besucher zusammenkommen. Am gastronomischen Angebot wird noch gefeilt, zumal sich der Outlet-Besucher im Durchschnitt zwei bis zweieinhalb Stunden vor Ort aufhält. Wenn es nach McArthurGlen geht, soll das Areal ein richtiges Ausflugsziel werden, man arbeite deshalb mit der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH zusammen.

Gegenüber der neuen Flaniermeile stehen noch alte Gebäude und Parkhäuser, die so gar nichts mit Pastell, Fachwerk und Giebeln zu tun haben. Abgesehen von einem Parkhaus werden diese der Erweiterung des Marktplatzes weichen müssen.