In Brandenburg gibt es einen neuen Fall von Schweinegrippe. Bei einem 33-jährigen Mann aus Cottbus sind nach einem Aufenthalt in den USA grippeähnliche Symptome aufgetreten, teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Der Mann sei ambulant vom Hausarzt behandelt worden, der den Fall dem Gesundheitsamt meldete. Der Patient und auch seine Freundin seien zu Hause isoliert und mit Medikamenten versorgt worden. Damit wurden in Brandenburg bisher drei Fälle von Schweinegrippe bestätigt.

Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) sagte, es bestehe kein Anlass zur Beunruhigung. Ziegler sagte, alle notwendigen Maßnahmen seien sofort eingeleitet worden: „Wir sind gut vorbereitet.“ Der Mann war am 5. Juni von der Reise zurückgekehrt. Alle weiteren Kontaktpersonen wurden informiert.

Anfang Mai hatte es zwei Fälle von Schweinegrippe in Frankfurt (Oder) gegeben. Das betroffene Ehepaar war Ende April aus Mexiko gekommen. Das Paar wurde isoliert in einem Krankenhaus behandelt. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) gibt es in Deutschland bisher knapp 120 bestätigte Schweinegrippefälle.

Seit 2006 wird die Influenza-Pandemieplanung in Brandenburg unter Regie der Gesundheitsämter in Landkreisen und kreisfreien Städten umgesetzt. Der Plan umfasst nach Ministeriumsangaben, Aufgaben und Handlungsempfehlungen, die unter der Regie der Gesundheitsämter in den Landkreisen und kreisfreien Städten umgesetzt werden. Für die neue Influenza wurden den Gesundheitsämtern, Ärzten, Krankenhäusern, Apothekern und Laboren sowie dem Flughafen Schönefeld zusätzliche Informationsmaterialien zur Verfügung gestellt. Außerdem hat das Land Verträge mit Impfstoffherstellern abgeschlossen, sodass für den Fall der Ausbreitung der Pandemie in Deutschland zusätzlich ein Impfstoff für die Bevölkerung im Land Brandenburg zur Verfügung steht

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte am Donnerstag die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt und die Warnstufe von 5 auf 6 heraufgesetzt. Damit wurde die höchste Alarmstufe der Warnskala erreicht.

Die Berliner Senatsgesundheitsverwaltung rechnet mit Schweinegrippe-Erkrankungen auch in Berlin. Mit täglich neuen Fällen in Deutschland sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis erste Erkrankungen in der Hauptstadt gemeldet würden, sagte die Berliner Infektionsschutzbeauftragte Marlen Suckau. Berlin sei jedoch gut vorbereitet. Für 20 Prozent der Berliner Bevölkerung sei das antivirale Arzneimittel Tamiflu zur Behandlung vorrätig, dies entspreche der „normalen Planung“. Auch Brandenburg hat für 20 Prozent der Bevölkerung antivirale Arzneimittel bevorratet. dpa/ddp/sh

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