Pünktlich zur 800-Jahr-Feier von Storkow (Oder-Spree) in diesem Jahr sind die Arbeiten an der Burg abgeschlossen. Am Donnerstag Abend übergaben Agrarminister Dietmar Woidke und Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (beide SPD) die rekonstruierte Anlage, die zu den ältesten ihrer Art in Brandenburg gehört.
Im dritten und letzten Bauabschnitt wurden das Brauhaus und der Palas (das Hauptgebäude der Burg) statisch gesichert und wiederaufgebaut. In der Burg befinden sich Tourismus-Information und Stadtbibliothek. Bis Mai sollen zwei Ausstellungen entstehen: neben einer naturkundlichen Schau eine zum 40-jährigen Bühnenjubiläum der Puhdys.
1978 war die Burg durch einen Brand im Hauptflügel schwer beschädigt worden. Ein defekter Wasserboiler oder Heizkörper soll den Brand ausgelöst haben. Danach verfiel die gesamte Anlage.
1998 begann der Wiederaufbau. Etwa acht Millionen Euro aus dem Landes-Sonderprogramm zur Entwicklung des ländlichen Raumes sowie aus der Städtebauförderung flossen in den vergangenen zehn Jahren in den Wiederaufbau der Burg. Allein vier Millionen Euro standen für den dritten und letzten Bauabschnitt, die Sanierung von Palas sowie Brau- und Malzhaus, zur Verfügung. Die Anlage ist auf morastigem Grund gebaut und musste deshalb besonders gesichert werden. Zu Beginn der Palas-Sanierung vor drei Jahren stürzte ein Teil des historischen Tonnengewölbes ein. Fachleute gehen davon aus, dass die Burg zuvor gerade noch rechtzeitig gesichert worden war, sonst wäre der Verlust weit größer gewesen.
Urkundlich erwähnt wurde die Anlage erstmals 1209 im Zusammenhang mit der Stadtgründung Storkows. Nicht mehr erhalten ist der Burgturm, der wegen des unsicheren Baugrundes bereits im 19. Jahrhundert eingestürzt sein soll. Verschwunden sind auch das Burgtor und der Wassergraben, der die Anlage einst umgab. Bereits seit dem 15. Jahrhundert als Verwaltungssitz genutzt, befanden sich zu DDR-Zeiten die Storkower Stadtverwaltung und das Standesamt im Burg-Schloss.



