Der 28-Jährige, der unter dem Namen Omar Ben Noui in der Neißestadt lebte, war in der Nacht zum 13. Februar 1999 auf der Flucht vor rechtsextremen Verfolgern in Panik durch eine verglaste Haustür gesprungen und verblutet. Zum Auftakt des Gedenkens seien eine Schweigeminute, Glockengeläut sowie eine kirchliche Andacht geplant, sagte der Sprecher einer überparteilichen Initiative, Peter Stephan, (parteilos) am Freitag.
Im Anschluss wollen die Teilnehmer sich am Gedenkstein für den Toten in einem Wohngebiet versammeln. Dort hätten Jugendliche eine
24-stündige Mahnwache geplant, berichtete Stephan, der für die Linken in der Stadtverordnetenversammlung sitzt. Die Erinnerung an den tragischen Tod des Ausländers solle mit Veranstaltungen das ganze Jahr lang aufrechterhalten werden.
Gubens Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner (FDP) bedauerte den damaligen Vorfall und den Tod des Asylbewerbers. Die Stadt werde sich an dem Gedenken beteiligen, kündigte er in einer Mitteilung an. Wichtiger sei aber, sich offen mit Themen wie Aggressivität, Gewalt und Rechtsextremismus zu befassen und ohne Polemik und Hass nach vorn zu schauen. Dazu sei auch eine Podiumsdiskussion geplant.
Eineinhalb Jahre nach der Ausländerjagd hatte das Landgericht Cottbus im November 2000 acht der elf Angeklagten zu Jugendstrafen bis drei Jahren verurteil, teils auf Bewährung. Für Entsetzen sorgte vor der Brandenburger Kommunalwahl im vergangenen September in Guben die Kandidatur eines der verurteilten Verfolger von Farid Guendoul für die rechtsextreme NPD. Der Mann hatte für die Hetzjagd wegen gefährlicher Körperverletzung eine zweijährige Gefängnisstrafe ohne Bewährung erhalten. Er bekam aber nicht genügend Stimmen für den Einzug ins Kommunalparlament.
dpa/Sp


