Im Rocker-Prozess vor dem Landgericht Neuruppin haben die beiden Angeklagten erstmals ihr Schweigen gebrochen. Der ältere von beiden, ein 36-Jähriger aus Hohen Neuendorf (Oberhavel), gab nach Angaben einer Gerichtssprecherin zu, am 6. Juli in Hennigsdorf (Oberhavel) geschossen zu haben. Er begründete dies damit, dass er sich seit Langem vom Rocker-Club Bandidos verfolgt gefühlt und seinerzeit gedacht habe, das Opfer und dessen Begleiter seien bewaffnet gewesen. Ein 38 Jahre alter Mann erlitt damals einen Streifschuss.
Er soll in der Vergangenheit Kontakte zum Club Bandidos MC Berlin gehabt haben, der Schütze soll – wie ein damaliger Begleiter - Mitglied des Rocker-Clubs Red Devils MC Berlin sein, der angeblich den Hells Angels nahesteht. Bandidos und Hells Angels gelten seit Langem als verfeindet. Gegen den 27-jährigen, ebenfalls aus Hohen Neuendorf stammenden Begleiter des Schützen wurde der Haftbefehl laut der Sprecherin aufgehoben. Gegen ihn bestehe jetzt kein dringender Tatverdacht mehr wegen Mittäterschaft oder Beihilfe zum versuchten Totschlag.
Nach Gerichtsangaben fiel der Schuss, nachdem die Angeklagten im Sommer vergangenen Jahres mit ihrem Wagen neben dem Auto der beiden anderen Männer gehalten hatten. Dabei soll der 36-Jährige vom Beifahrersitz aus durch das geöffnete Fenster des benachbarten Autos gefeuert haben, um den ebenfalls auf dem Beifahrerplatz sitzenden 38 Jahre alten Mann zu töten.
Der Prozess wird Mitte Januar fortgesetzt. Ob dann ein Urteil gesprochen wird, ist laut Gericht unklar, da die Verteidiger der Angeklagten weitere Beweisanträge gestellt hätten.
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