Nur knapp 30 Prozent eines Jahrganges nähmen ein Studium auf. Damit liege die Mark unter dem Bundesdurchschnitt von 36 Prozent, aber auf dem Niveau der ostdeutschen Länder, ergänzte Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU).

Vor allem Frauen sollten laut Platzeck ihre Chancen noch stärker nutzen. Fast jede zweite eines Jahrganges könnte studieren, aber bei weitem nicht alle täten es. Ein ähnliches Bild biete sich bei den Schulabgängern insgesamt, von denen knapp 40 Prozent die Hochschulreife besäßen. Vielfach werde einer vermeintlich sichereren Berufsausbildung der Vorzug gegeben, so der Regierungschef. Auch seien offenbar das Bild vom hoch qualifizierten Taxifahrer und der "Mythos von einer lebenslang in Praktika verharrenden Generation von Hochschulabsolventen" in den Köpfen verankert. Bei Akademikern sei die Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu werden, drei Mal geringer als bei Erwerbstätigen mit Lehr- oder Fachschulabschluss. Ziel sei, die Studienanfänger-Quote auf 40 Prozent zu steigern. Dafür gebe das Wissenschaftsministerium von 2007 bis 2010 etwa 3,1 Millionen Euro aus. Schon jetzt studierten erstmals im Wintersemester mehr als 45.000 junge Menschen an den märkischen Hochschulen.

Die Vereinbarkeit von Familie und Studium sollte aus Sicht des SPD-Politikers verbessert werden. Zudem werde der Landtag in der kommenden Woche "eines der modernsten Hochschulgesetze" verabschieden. "Wir müssen also auf Bildung setzen, denn der Wettbewerb wird um uns keinen Bogen machen." Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) sagte, künftig würden vor allem Lehrer in "fast allen Fächern" gebraucht.