Zu dem tödlichen Geisterfahrer-Unfall auf der Autobahn 10 bei Potsdam dauern die Ermittlungen der Kriminalpolizei an. Bisher gehen die Beamten von einem Suizid des Unfallverursachers aus. Ob mittlerweile ein Abschiedsbrief gefunden wurde, sagte ein Sprecher der Polizei mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen am Donnerstag nicht.
„Wir warten auf die Angaben des Gutachters“, sagte eine Sprecherin in Potsdam. Das könne allerdings noch eine Weile dauern. Die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet.
Der 49 Jahre alte Geisterfahrer aus Beelitz (Potsdam-Mittelmark) war am Dienstagabend mit seinem Auto frontal gegen den Wagen eines 57 Jahre alten Familienvaters aus Borkheide (Potsdam-Mittelmark) gerast. Beide Männer starben in den Autowracks.
Eine Autofahrerin konnte dem Geisterfahrer nur knapp ausweichen. Zeugen berichteten, dass der Unfallverursacher gezielt frontal auf das entgegenkommende Fahrzeug zugerast war. Für beide Fahrer kam jede Hilfe zu spät.
Der 49-Jährige war an der Anschlussstelle Glindow mit seinem Opel über die falsche Zufahrt in Richtung Dreieck Potsdam gefahren, bevor er mit dem entgegenkommenden Pkw zusammenstieß.
Gleich hinter der Zufahrt wäre es bereits beinahe zu einer Kollision mit einer Autofahrerin gekommen, die in Richtung Autobahndreieck Werder/H. unterwegs war. „Nur durch ein kombiniertes Brems- und Ausweichmanöver ist diese Zeugin um Haaresbreite einer Katastrophe entgangen“, so eine Polizeisprecherin.
Auto regelrecht angepeilt
Der 49-Jährige setzte seine Fahrt fort, bis es etwa zwei Kilometer weiter zu dem verheerenden Zusammenstoß mit einem Ford kam, den ein 57-Jähriger aus Borkheide gelenkt hatte. Augenzeugen berichteten, dass der Opelfahrer den entgegenkommenden Wagen regelrecht anvisiert haben soll, sodass dessen Fahrer praktisch keine Möglichkeit gehabt habe, der Kollision zu entgehen.
Die Frontpartien der beiden Unfallwagen seien bis zur Unkenntlichkeit zerstört gewesen, sagte ein Beamter der Autobahnpolizei Michendorf. Geborstene Autoteile lagen weit verstreut auf beiden Richtungsfahrbahnen.
Bei beiden getöteten Autofahrern handelt es sich nach Angaben der Polizeidirektion West um Familienväter aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark. Der Mann aus Beelitz lebte nach Informationen der Morgenpost in Scheidung und hinterlässt einen zehnjährigen Sohn. Das Ende der Ehe könnte somit ein mögliches Motiv für eine Verzweiflungstat des 49-Jährigen gewesen sein.

