Spargelliebhaber müssen in diesem Jahr weniger Geduld aufbringen: Die Saison verschiebt sich erheblich nach vorne. „Das hatten wir noch nie“, sagt Antje Winkelmann vom Spargelhof Klaistow, der mit 500 Hektar Anbaufläche zu den größten Spargelproduzenten Brandenburgs gehört und seit 1990 Beelitzer Spargel vermarktet. „Gerade haben wir die erste Stange gefunden, das ist sehr ungewöhnlich um diese Zeit.“
Im vergangenen Jahr habe sich der erste Spargel dort erst am 15. April gezeigt, eine Konsequenz des langen Winters bis Ende März. Der Spargelhof Klaistow reagiert spontan auf den verfrühten Saisonbeginn und öffnet bereits am kommenden Wochenende, zunächst natürlich ohne Spargel. Den sollen Besucher in etwa zwei Wochen kaufen können oder ihn direkt in der hofeigenen Spargelküche vor Ort genießen können.
„Wir rechnen ab Ende März, Anfang April mit dem Beginn der Spargelsaison“, bestätigt Andreas Jende, Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg. Durch die frühlingshaften Temperaturen und viel Sonne konnte der Boden sich bereits auf die notwendigen zwölf Grad erwärmen, zumindest bei unter Folie angebautem Spargel. Die Folie wirkt bei diesen Temperaturen wie ein Gewächshaus, zudem hält sie Schädlinge fern. Allerdings wäre mehr Feuchtigkeit wünschenswert, so Jende, „ein Sommergewitter oder ein bisschen Landregen“. Um den 10. April soll die Beelitzer Saison eröffnet werden, im Spreewald wenige Tage später.
Wird es noch mal richtig kalt, gibt’s erst mal keinen Spargel
Ersten Spargel gibt es zwar schon eher, die offizielle Eröffnung aber signalisiert, dass nun das Angebot dem Kundenansturm standhalten kann. Zum Vergleich: 2013 zog sich die Saisoneröffnung hin bis zur dritten, vierten Aprilwoche. Um schon bald die ersten Stangen stechen zu können, muss allerdings das Wetter mitspielen. „Solange es bleibt wie jetzt, steht einem verfrühten Saisonbeginn nichts im Wege“, so Jende. „Wird es allerdings noch einmal richtig kalt, kann das zu Wachstumsdepressionen führen.“ Und dann dauere es, bis der Spargelwuchs wieder in Gang komme. Deshalb könnten auch keine Ernteprognosen gestellt werden, zu ungewiss sei die Witterung.
2013 fuhren Brandenburgs Anbaubetriebe um die 14.000 Tonnen Spargel ein, eine Tonne weniger als im Vorjahr. Mit insgesamt 2800 Hektar in Ertrag stehender Anbaufläche steht Brandenburg nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen an dritter Stelle der größten Spargel produzierenden Bundesländer.
Die Verbraucher werden wegen des frühen Saisonstarts mit erhöhten Preisen zu rechnen haben, ist sich Andreas Jende sicher. Zum einen schlügen sich steigende Entlohnungskosten für die Spargelstecher auf den Kaufpreis nieder, zum anderen schaffe ein verfrühter Saisonbeginn naturgemäß ein neues Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Spargel im März ist etwas Exotisches.



