Online-Handel

Amazon eröffnet neues Logistikzentrum in Brieselang

Zum Weihnachtsgeschäft hat der Online-Händler Amazon hat sein neuntes Logistikzentrum in Deutschland eröffnet - im brandenburgischen Brieselang. Dort hat bereits Zalando eines seiner Versandlager.

Foto: Jakob Hoff

Der Internetversandhändler Amazon hat in Brieselang (Havelland) ein neues Logistikzentrum eröffnet. Es ist das neunte Versandlager des Konzerns in Deutschland. Innerhalb von drei Jahren will Amazon 1000 unbefristete Stellen schaffen, hinzu kämen bis zu 2000 Saisonkräfte.

Rund um die Hauptstadt entstehen immer neue Hallenkomplexe für Waren. Vor allem der Handel braucht die Standorte, um die steigende Onlinenachfrage möglichst innerhalb eines Tage bedienen zu können. Während im Westen des Landes die Logistikklötze, die für viel Verkehr sorgen, nicht immer gut gelitten sind, wirbt der Osten mit Flächen und Förderung. Grund: Die Logistik-Unternehmen bieten Beschäftigung vor allem für gering qualifizierte Arbeitslose.

Zalando bereits da

Der Großteil der bei Amazon seit Oktober bereits eingestellten Mitarbeiter wurde dann auch über Jobcenter in Berlin und Brandenburg vermittelt, darunter allein 300 bisherige Hartz-IV-Empfänger aus dem Havelland, wie der „Oranienburger Generalanzeiger“ berichtet. Ein kleinerer Teil der Mitarbeiter stammt offenbar vom unmittelbar benachbarten Versandzentrum des Konkurrenten Zalando. Der Berliner Modeversender hatte seinen Stundenlohn vor der Amazon-Eröffnung im Lager Brieselang angehoben, liegt bei der Entlohnung jedoch noch unterhalb der Löhne des weltgrößten Versandhändlers. Zalando hatte das Einstiegsgehalt von 8,53 Euro pro Stunde auf 8,79 Euro erhöht. Die Berliner beschäftigen mehr als 1100 Menschen in Brieselang.

Die überwiegend angelernten Angestellten von Amazon erhalten nach Unternehmensangaben ein Einstiegsgehalt von mindestens 9,55 Euro je Stunde, im zweiten Jahr mindestens 10,47 Euro. Zusätzlich gebe es Bonuszahlungen sowie weitere freiwillige Arbeitgeberleistungen. Amazon entlohnt seine Mitarbeiter bislang nach den Tarifbedingungen des Logistikgewerbes. Nach Amazon-Angaben liegt das Durchschnittseinkommen nach einem Jahr Betriebszugehörigkeit um fünf, nach zwei Jahren um zwölf Prozent über den vergleichbaren regionalen Logistik-Tarifverträgen.

Streiks an anderen Standorten

Die Gewerkschaft Verdi will Amazon in die für Arbeitnehmer günstigeren Tarifbedingungen des Einzel- und Versandhandels zwingen. An den Amazon-Standorten Leipzig und Bad Hersfeld streiken Beschäftigte seit Wochen immer wieder. Amazon beschäftigt in seinen Logistikzentren bundesweit rund 9000 Mitarbeiter sowie bis zu 14.000 weitere Saisonkräfte.

Im Logistikzentrum Brieselang waren von 1996 bis zur Schließung 2012 durch einen Logistik-Dienstleister Kataloge und Waren für das mittlerweile insolvente Versandhaus Neckermann versandt worden. In dem 65.000 Quadratmeter großen Zentrum will Amazon seine gesamte Produktpalette bearbeiten. „Uns war sehr wichtig, dass wir zum Weihnachtsgeschäft am Start sind“, sagte eine Sprecherin.