Die Mutter des toten Babys aus dem Oderbruch kommt nun doch in Untersuchungshaft. Das sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Montag.
Zuvor war die Behörde davon ausgegangen, dass die 21 Jahre alte Beschuldigte aus gesundheitlichen Gründen noch nicht hafttauglich sei.
Doch: „Sie ist transport- und haftfähig“, sagte die Sprecherin. Die Frau werde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.
Ihr wird vorgeworfen, ihren neugeborenen Sohn mit Stichen in Brust und Herz getötet zu haben. Der Haftbefehl war am vergangenen Freitag verkündet, aber zunächst nicht vollstreckt worden.
Polizeibeamte hatten das tote Baby vor einer knappen Woche im Keller eines Mehrfamilienhauses in Golzow (Märkisch-Oderland) entdeckt.
Nach Information der Berliner Morgenpost soll es sich bei der jungen Frau um Maika M. handeln. Sie lebte mit ihrer drei Jahre alten Tochter in einer Drei-Zimmer-Wohnung in der obersten Etage des Mehrfamilienhauses. Derzeit absolviert sie eine Ausbildung bei einer Supermarktkette.
Die kleine Tochter der jungen Frau sei bei Pflegeeltern untergebracht worden, hatte es geheißen. Die Kindesmutter sei vorher nie auffällig geworden. Sie soll sich liebevoll um das Mädchen gekümmert haben.
Baby war nach der Geburt lebensfähig
Die Obduktion des Leichnams hatte ergeben, dass der Säugling nach der Geburt noch gelebt hat. Die 21-Jährige habe die Leiche des Säuglings in ein Handtuch gewickelt und im Keller ihres Wohnhauses versteckt. Die Frau hat die Tat gestanden. Laut Staatsanwaltschaft habe sie Überforderung als Motiv angegeben. Der Hinweis an die Polizei kam aus dem Umfeld der Frau.
In dem Ort wurde die Langzeit-Dokumentation „Die Kinder von Golzow“ gedreht.
dpa/sei



