Nach Kritik der brandenburgischen Datenschutzbeauftragten Dagmar Hartge hat Potsdam am Montag die dreidimensionale Vermessung des Straßennetzes per Kamera zunächst gestoppt. Bis auf Weiteres werde das Messfahrzeug nicht auf die Straße geschickt. Potsdam suche stattdessen Kontakt zur Datenschutzbeauftragten, bestätigte ein Stadtsprecher am Montag einen Bericht von „bild.de“.

Die Stadtverwaltung wollte mit einem Spezialfahrzeug mit Kamera- und Scannertechnik jeden Zentimeter der Verkehrsfläche im Stadtgebiet unter die Lupe nehmen. Ein Projekt, ähnlich wie Google Street View. Die so gewonnenen Informationen sollten der Stadt zur Bewertung des aktuellen Straßenzustandes und zur Planung von Reparaturen in den kommenden Jahren dienen.

Datenschützerin Dagmar Hartge hatte in Medienberichten kritisiert, dass bei der digitalen Vermessung der Landeshauptstadt auch Autokennzeichen und Menschen erfasst würden. „Um die Lage und Beschaffenheit öffentlicher Verkehrsflächen zu erfassen, brauchen die Ämter keine personenbezogenen Daten“, sagte sie der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“. Das sei datenschutzrechtlich nicht zulässig. Das habe sie der Stadt auch bereits mitgeteilt und gefordert, Personen unkenntlich zu machen.

„Wir sehen den Stopp jetzt sehr positiv und werden uns mit Potsdam an einen Tisch setzen“, sagte der Sprecher der Beauftragten, Sven Müller.

BM/dpa