In den kommenden Wochen holen Brandenburgs Obstbauern die Äpfel von den Bäumen. Agrarstaatssekretärin Kathrin Schneider eröffnete die Erntsaison am Mittwoch in Markendorf, einem Ortsteil von Frankfurt (Oder) in einem der größten Anbaugebiete des Landes. Die Bauern befürchten allerdings eine eher magere Ernte: Erste Schätzungen gehen von rund 22.700 Tonnen aus, das wären 13.300 Tonnen weniger als im Vorjahr.

Verantwortlich für die Einbußen ist aus Sicht der Obstbauern das eher kalte und nasse Frühjahr. Während der Blütezeit von Mitte bis Ende Mai hatte es teilweise tagelang geregnet. Die Nässe habe auch den Bienenflug, der für die Bestäubung der Blüten wichtig ist, negativ beeinflusst.

Kernobst wird in Brandenburg derzeit auf rund 1000 Hektar angebaut. Die meisten Plantagen befinden sich in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark, Märkisch-Oderland und hier vor allem rund um Frankfurt (Oder).

Direktvermarktung nimmt immer weiter ab

Immer wieder öffnen die Bauern ihre Höfe auch für Selbstpflücker. Rund 95 Prozent der Ernte gehen jedoch an industrielle Betriebe. Dabei nimmt die Direktvermarktung nach Angaben des Agrarministeriums kontinuierlich ab.

Trotz der großen Konkurrenz durch Fernimporte sind Äpfel weiterhin eine wichtige Einnahmequelle der märkischen Bauern. Auch Birnen gehören zu den Kernobstgewächsen – ihr Anbau spielt in Brandenburg allerdings eine weniger wichtigere Rolle.

Der Apfel ist nicht nur in der Mark, sondern in ganz Deutschland die beliebteste Baumobstsorte. Nach Ministeriumsangaben verzehrt jeder Bundesbürger jährlich etwa 17 Kilogramm Äpfel.

dpa/alu