Haasenburg

Durchsuchungen in drei Jugendheimen in Brandenburg

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Foto: Reto Klar

Nach den Vorwürfen der Kindesmisshandlung und Körperverletzung lässt die Staatsanwaltschaft drei Heime der Haasenburg GmbH in Brandenburg durchsuchen. Auch zwei Todesfälle werden noch einmal untersucht.

Die Staatsanwaltschaft hat am Donnerstagvormittag die Haasenburg-Heime in Brandenburg durchsuchen lassen. Dies gab Justiz-Staatssekretär Ronald Pienkny vor dem Bildungsausschuss des Brandenburger Landtags bekannt. Die Vorwürfe wiegen schwer: Körperverletzung und Misshandlungen von Schutzbefohlenen. Es gebe einen Durchsuchungsbeschluss.

Die Staatsanwaltschaft Cottbus vollstrecke Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts, erläuterte Pienkny. Hintergrund seien Ermittlungen wegen Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen nach Vorwürfen von zwei früheren Insassen der Heime.

Bei der Durchsuchung der Brandenburger Kinder- und Jugendheime wegen Misshandlungsvorwürfen stellten die Ermittler Aktenordner sicher.

Die Staatsanwaltschaft Cottbus hatte am Morgen alle drei Heime der Haasenburg GmbH in Jessern, Neuendorf in Unterspreewald (Kreis Dahme-Spreewald) und in Müncheberg (Kreis Märkisch-Oderland) sowie Büroräume des Qualitätsmanagements in Lübben durchsucht. Neben vier Staatsanwälten waren rund 50 Polizeibeamte beteiligt, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mitteilte.

19-Jähriger stellt Strafanzeige

Ein Mitarbeiter des Heims Neuendorf bestätigte am Vormittag, dass die Staatsanwaltschaft im Haus sei, um Akten einzusehen. Die Einrichtung begrüße das durchaus, damit Klarheit geschaffen werden könne. Am Morgen waren mehrere Polizeiwagen vorgefahren. Gegen den Heimbetreiber werden seit Längerem Misshandlungsvorwürfe erhoben.

Anlass war die Strafanzeige eines 19-Jährigen, der in dem Heim in Jessern gewesen ist. Außerdem hat die Staatsanwaltschaft ein Verfahren aufgrund eines Fernsehberichts in der RBB-Abendschau eingeleitet, in dem eine 19-Jährige von Misshandlungen berichtet hatte.

Insgesamt ermittelt die Behörde nach Angaben der Sprecherin in sechs Fällen nach Anzeigen oder öffentlich erhobenen Vorwürfen, die bis in das Jahr 2006 zurückreichen. Es geht um Körperverletzung, Misshandlung Schutzbefohlener und Nötigung. Die Vorwürfe richten sich bislang gegen noch nicht näher identifizierte Mitarbeiter der Einrichtungen, hieß es.

Zudem würden zwei frühere Todesfälle in den Jahren 2005 und 2008 nochmals untersucht. Bislang gebe es aber keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden. Die Heimbetreiber bestreiten die Vorwürfe.

( gma )