Nach dem tragischen Tod eines 14-Jährigen beim Spielen auf einem Kesselwagen ermittelt die Kriminalpolizei in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz). Die Familie werde von einem Notfallseelsorger betreut, sagte ein Polizeisprecher am Montag.

Der jüngere Bruder des getöteten Jugendlichen hatte mit ansehen müssen, wie dieser qualvoll starb. Nach den bisherigen Ermittlungen waren die Jungen gemeinsam an einer Nebenstrecke der Pressnitztalbahn am Sonntag unterwegs, als der 14-Jährige auf einen Kesselwagen kletterte und dabei die Oberleitung berührte.

„Bislang ist nicht klar, ob ihn die Abenteuerlust gepackt hat“, sagte ein Polizeisprecher. Der Zehnjährige habe dann Hilfe geholt. Neben Rettungskräften sei ein Notfallseelsorger zum Unglücksort geeilt.

Mitte Mai hatte sich in Berlin ein Neunjähriger schwerste Brandverletzungen zugezogen, als er ebenfalls auf einem Kesselwagen gespielt hatte. Im Juli 2010 hatte der Tod eines Graffiti-Sprayers in Rathenow (Havelland) für Aufsehen gesorgt. Der 15-Jährige war von einem ICE-Zug erfasst und getötet worden, als er sich mit seinen Farbdosen an einem Güterzug zu schaffen gemacht hatte.

Die Deutsche Bahn und die Polizei verzeichnen immer wieder derartige Unfälle mit Kindern oder Jugendlichen. Die Behörden haben 2009 deswegen unter dem Motto „Fair und sicher unterwegs“ eine gemeinsame Sicherheitskampagne gestartet. Im Jahr zuvor waren nach ihren Angaben 40 Jugendliche bundesweit durch Unachtsamkeit und falsches Verhalten auf Bahnanlagen tödlich verunglückt.

dpa/sei