Potsdamer Kita

Junge im Bus vergessen – Erzieherinnen verzählten sich

Der Fünfjährige, der bei einem Kita-Ausflug vergessen wurde, ist Opfer einer Zählpanne. Die Kita denkt nun über bessere Kontrollen nach.

Ein fünfjähriger Junge ist bei einem Kita-Ausflug in Potsdam in einem Bus vergessen worden - die Erzieherinnen sollen beim Durchzählen der Kinder gepatzt haben. Der freie Kita-Träger nahm am Donnerstag zu dem Vorfall Stellung. Die Frauen hätten sich beim Durchzählen der 33 Kinder verzählt, das sei „dramatisch“, sagte die Geschäftsführerin des Kita-Trägers, Astrid Goethe.

Das Jugendamt der Stadt hatte den Kita-Träger aufgefordert, sich zu dem Fall zu äußern. „Wir sind froh, dass nichts passiert ist, dennoch bleibt es ein ungeheurer Vorfall“, sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow. Es wird wegen Verletzung der Aufsichtspflicht ermittelt.

Die Gruppe mit den Kindern und vier Erzieherinnen hatte nach einem Ausflug einen Linienbus benutzt und wollte dann in eine Straßenbahn umsteigen. „Der Junge ist eingeschlafen und sitzengeblieben“, berichtete Goethe.

Kind hinter hoher Rückenlehne

Die Erzieherinnen hätten noch einen Blick in den Bus geworfen, das Kind wegen der hohen Rückenlehnen aber nicht gesehen. Anschließend sei die Gruppe durchgezählt worden, dabei sei der Fehler passiert. Die Bundespolizei hatte am Mittwoch berichtet, dass die Vollständigkeit der Kinder nicht überprüft worden sei.

Als der Kleine im Bus anfing, laut zu weinen, wurde der Busfahrer auf ihn aufmerksam und alarmierte am Hauptbahnhof die Polizei. Die Beamten ermittelten mit Hilfe des Jugendamtes den Namen der Kita und brachten den Jungen wohlbehalten zurück.

Etwa dreißig Minuten nach Verlassen des Busses, sei die Gruppe in der Kita eingetroffen. „Dort erfuhren die Erzieherinnen, dass die Polizei angerufen hatte“, sagte Goethe. Nun werde überlegt, welche Kontrollmechanismen Fälle wie diesen künftig verhindern können.