Überraschende Wende im Fall des vermeintlich überfallenen Zahnarztes in Fichtenwalde (Potsdam-Mittelmark): Die Potsdamer Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen den 42-Jährigen. Er könnte sich den Finger selbst abgeschnitten haben, um an eine hohe Versicherungssumme zu kommen.
Ende März 2012 hatte der Zahnarzt ausgesagt, er sei in seiner Praxis von zwei jungen Männern überfallen und bedroht worden. Schließlich sei ihm der Finger abgeschnitten worden. Nun hegt die Staatsanwaltschaft Zweifel.
„Wir ermitteln wegen des Verdachts des versuchten Betrugs und der Vortäuschung einer Straftat“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam, Tom Köpping, am Freitag in Potsdam. Er bestätigte damit einen Bericht der „Märkischen Allgemeinen“.
Der Mann soll eine Versicherung abgeschlossen haben, die ihm bei Verlust eines Fingers eine Entschädigung im sechsstelligen Bereich bescheren würde. „Die Anhaltspunkte sind ausreichend für einen Anfangsverdacht“, sagte Köpping. Weitere Details wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.
Der Arzt hatte der Polizei erzählt, dass zwei etwa 20 Jahre alte Männer ihn in seiner Praxis angegriffen hätten. Nach seinen Angaben forderten sie Geld und klemmten ihm den Zeigefinger der linken Hand in einer Art Gartenschere ein. Obwohl der Mediziner ihnen eine Summe übergeben habe, hätten sie ihm den Finger abgeschnitten und seien damit geflüchtet. Der Mann hatte sich anschließend in ein nahes Geschäftszentrum geschleppt und war dort zusammengebrochen.
dpa/sei




