Knapp sechs Monate nach dem Tod seiner Frau ist der Ex-Bürgermeister von Ludwigsfelde, Heinrich Scholl, wegen Mordes angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Heimtücke vor, wie es aus Justizkreisen heißt.
Die Anklage wegen Mordes sei beim Landgericht Potsdam eingegangen, sagte Gerichtssprecher Ralf-Dietrich Schulz am Freitag und bestätigte damit Medienberichte. Die Staatsanwaltschaft wollte keine Details nennen, da der Fall nun beim Landgericht liegt. Das Gericht muss noch entscheiden, ob die Klage zugelassen wird.
Der 69-Jährige soll seine Frau im Dezember 2011 erdrosselt haben. Die Leiche war am 30. Dezember in einem Wald unweit ihres Wohnorts in Ludwigsfelde tot aufgefunden worden. Ihr Ehemann hatte sie einen Tag zuvor als vermisst gemeldet. Im Januar 2012 nahmen Polizisten ihn unter dringendem Tatverdacht fest. Seitdem sitzt Scholl in Untersuchungshaft. Er bestreitet die Tat.
Parallel zum Mordvorwurf muss sich Scholl nach Berichten der „Märkischen Allgemeinen“ und der PNN einem Verfahren wegen Korruption stellen.
Scholl war von 1990 bis 2008 SPD-Bürgermeister in Ludwigsfelde.
dpa/dapd/sei

