Mäzen Hasso Plattner sieht wieder gute Chancen für die Kunsthalle am Lustgarten im Zentrum Potsdams. Er sagt aber auch: „Mir ist nach wie vor sehr wichtig, dass es eine breite Mehrheit unter den Bürgerinnen und Bürgern für den Standort Mercure gibt.“ Die Potsdamer müssten am Ende klar entscheiden, ob sie die Kunsthalle im Herzen der Stadt haben wollen. Derzeit steht er mit dem Eigentümer des Hotels Mercure, eine New Yorker Investmentfirma, in Verhandlung. Diese soll knapp 14 Millionen Euro verlangen – was Plattner zu viel ist.

Potsdams Stadtverordnete hatten am Mittwoch im Hauptausschuss den Weg für die geplante Kunsthalle des Software-Milliardärs am Lustgarten freigemacht. Mit großer Mehrheit stimmten sie, wie berichtet, für den Standort Lustgarten – und gaben damit grünes Licht für den Abriss des Hotels Mercure. „Das ist ein klares Signal“, sagte ein Stadtsprecher. Die Stadtverwaltung werde alles dafür tun, das Projekt zügig umsetzen zu können. Von den acht Fraktionen sprachen sich sechs für das Vorhaben aus. Gegenstimmen kamen von den Linken sowie dem Vertreter von „Die Andere“. Deren Protest sowie einige Schreiben alteingesessener Potsdamer hatten zunächst dazu geführt, dass Plattner mit seinem Millionen-Geschenk an den Jungfernsee ausweichen wollte. Nach einer Demonstration von Initiativen, Politikern und Prominenten will er sich umstimmen lassen – wenn Probleme ausgeräumt werden. Inzwischen meldete sich auch Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) zu Wort. „Potsdam kann sich glücklich schätzen, einen Mäzen wie Hasso Plattner zu haben“, sagte Platzeck auf Anfrage Morgenpost Online. Dass zwischenzeitlich aber Frust entstanden sei, könne er verstehen. „Ich freue mich jedoch über die Entwicklung in der Stadt und das Engagement der Bürger und hoffe sehr, dass die Kunsthalle doch noch an dem am besten geeigneten Platz im Herzen der Stadt entsteht“, so Platzeck.

Für den Abriss der Mercure gibt es unterdessen auch Unterstützung aus der Linken: Anders als seine Potsdamer Kollegen hat der langjährige Chef der Bundes- und Landespartei, Lothar Bisky, kein Problem damit. „Moderne Kunst braucht Ausstellungsflächen, und sie braucht sie zentral in den Städten – und ich würde nicht daran sterben, wenn das ehemalige Interhotel abgerissen würde“, sagte Bisky den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“.