Bei der Kontrolle eines deutschen Pkw in Frankfurt (Oder) fanden Beamte nicht weniger als 10.000 illegale Feuerwerkskörper im Kofferraum des Fahrzeugs. Die aus Polen stammenden Böller trugen nicht das Prüfzeichen der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie das Hauptzollamt Frankfurt (Oder) mitteilte. Damit sind sie in Deutschland nicht zugelassen.
Eine mobile Kontrolleinheit hatte den Pkw am Mittwoch kontrolliert, wie Zollsprecher Andreas Behnisch sagte. Der 50-jährige Fahrer aus Berlin und sein 16-jähriger Sohn erklärten, „ein paar Feuerwerkskörper“ für Silvester und für die 50. Geburtstagsfeier gekauft zu haben. Beim Blick in den Kofferraum fehlten den Zöllnern die Worte. „So etwas habe ich noch nicht gesehen“, sagte Ines Duchrow von der mobilen Kontrolleinheit aus Frankfurt. Ein ganzer Kofferraum voll Feuerwerkskörper sei nicht nur gefährlich, sondern absolut unverantwortlich.
Explosive Ware wog 120 Kilogramm
Mit den Polen-Böllern im Kofferraum des nicht mehr ganz neuen Autos wollte der Fahrer offenbar bis Berlin fahren, wie Behnisch sagte. Es sei nicht auszudenken, was bei einem Unfall an diesem Nebeltag passiert wäre. Die explosive Ware wog nach Zollangaben rund 120 Kilogramm. Für die Lagerung reichten die Kapazitäten beim Hauptzollamt nicht aus. „Wir lassen die Feuerwerkskörper von einer Spezialfirma abholen“, sagte der Sprecher. Der Berliner muss sich nun wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz verantworten. Nach Abschluss des Verfahrens werden die Feuerwerkskörper vernichtet.
Im gesamten vergangenen Jahr hatten die Beamten des Frankfurter Hauptzollamts laut Behnisch gut 16.000 Böller sichergestellt. Der Fund vom Mittwoch allein entspricht fast zwei Dritteln dieser Menge.
Der Zoll warnt eindringlich vor der Einfuhr von Böllern aus Polen, die oft nicht deutschen Sicherheitsstandards entsprächen. Fehlt das BAM-Zeichen oder ist es gefälscht, sei die Einfuhr verboten und strafbar. Der Zoll beschlagnahmt solche Feuerwerkskörper und leitet immer Strafverfahren ein. Wegen der Sicherheitsrisiken führe die Behörde aktuell verstärkt Kontrollen durch, sagte Behnisch.
dapd/dpa/tj

