Der Buchenwald Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin gehört künftig zum Weltnaturerbe der Unesco. Das zuständige Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur stimmte am Sonnabend in Paris einem entsprechenden Antrag Deutschlands zu. Das rund 670 Hektar große Gebiet im Norden Brandenburgs stellt nach Angaben des brandenburgischen Umweltministeriums eine einmalige Kombination von Gewässern, Wald und Mooren dar.

Hocherfreut hat der Leiter des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin, Hartmut Kretschmer, die Nachricht aufgenommen. Dies sei „großartig“ und „fantastisch“, bringe aber auch große Herausforderungen mit sich, sagte Kretschmer am Sonnabend. So sei das Gebiet bisher überhaupt nicht vom Tourismus berührt, für den erst die nötige Infrastruktur geschaffen werden müsse. Zu diesem Zweck sei schon ein Antrag beim Land Brandenburg über die Bewilligung von rund 400 000 Euro gestellt worden.

Insgesamt sind fünf deutsche Buchenwälder in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen und Hessen von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt worden.

Als Unesco-Weltnaturerbe stehen die Gebiete nun unter besonderem Schutz und auf einer Stufe mit so bekannten Naturwundern wie dem Grand Canyon oder den Galápagos-Inseln.

Zu den zum Welterbe erklärten Naturdenkmälern zählen der Buchenwald Grumsin in Brandenburg, der Nationalpark Hainich in Thüringen sowie der Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen. Aus Mecklenburg-Vorpommern sind der Nationalpark Jasmund und der Serrahner Buchenwald im Müritz-Nationalpark mit dabei.

Alle ergänzen künftig das bereits bestehende Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten“ in der Slowakei und der Ukraine. Dieses war bereits 2007 eingeschrieben worden.

Auf der Weltnaturerbeliste der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur war aus Deutschland lange Zeit nur die Fossillagerstätte Grube Messel in Hessen eingeschrieben. Erst 2009 kam das Wattenmeer hinzu.

Mit der Entscheidung über Weltkulturerbe-Anträge aus Deutschland wird erst am Montag gerechnet. Deutschland hofft unter anderem auf einen Titel für eine von Walter Gropius entworfene Schuhleistenfabrik im niedersächsischen Alfeld. Als Teil grenzüberschreitenden Weltkulturerbes stehen neben dem Fagus-Werk zwei Häuser in der Stuttgarter Weissenhofsiedlung auf der Kandidatenliste. Sie wurden von dem französisch-schweizerischen Architekten und Stadtplaner Le Corbusier entworfen.

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dpa/dapd/tj