Ungeachtet massiver Proteste der Kirche will der Leichenpräparator Gunther von Hagens an diesem Mittwoch in Guben (Spree-Neiße) mit dem Verkauf von Plastinaten im Internet beginnen.
Die gehärteten Präparate von Mensch und Tier sollen nur an so genannte „qualifizierte Nutzer“ wie Ärzte sowie medizinisches Personal aus Forschung und Lehre verkauft werden, sagte der umstrittene Anatom.
Die Internet-Käufer müssten einen entsprechenden Fragebogen ausfüllen und per Post an das Plastinarium in Guben schicken, wo die Präparate hergestellt werden. Bei Versuchsverkäufen seien bereits etliche Plastinate für etwa 10.000 Euro an registrierte Käufer gegangen, berichtete von Hagens.
Beim Bekanntwerden der Pläne für den Online-Verkauf des 65-jährigen Mediziners vor einigen Woche hatten hohe katholische Würdenträger mit Entrüstung reagiert. Sie sprachen von „Leichenfledderei“ und kritisierten den „Tabubruch, der gegen die Achtung der Toten verstößt.“
Der evangelische Landesbischof von Baden, Ulrich Fischer, und der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch riefen die Politiker auf, den Handel mit Leichen-Plastinaten zu verhindern. Deutschland dürfe nicht „scheibchenweise zu einer Drehscheibe des Leichenhandels werden“.
Von Hagens beschäftigt in seiner Einrichtung in Guben, die 2006 in einem alten Fabrikkomplex eröffnet wurde, etwa 230 Mitarbeiter. Seit der Wiedereröffnung Ende Mai als anatomisches Kompetenzzentrum hatte er verstärkt am Internet-Verkauf der wirklichkeitsgetreu konservierten, anatomischen Präparate gearbeitet.
dpa/mim















