Wie ist das wohl? So lautet eine wichtige Frage für Schauspielerinnen und Schauspieler. Sie müssen Antworten finden, um eine Rolle einnehmen zu können. Wie ist das wohl für die Mutter, wenn da ein halbnackter, geschundener Körper auf der Ladefläche eines Pick-Ups liegt und sie weiß, es ist ihre Tochter.
Shani Louk, Tätowiererin aus Tel Aviv, durfte nur 22 Jahre alt werden. Weil es ihre Mörder so wollten. Die sie auf der Ladefläche mit perversem Stolz umringen. Wie ist es also für die Mutter, wenn sie froh sein muss, immerhin den Leichnam ihrer Tochter zurückbekommen zu haben. Selbst darauf mussten viele Angehörige der 1200 Opfer der Hamas-Morde am 7. Oktober 2023 sehr lange warten.
Bei der Berlinale: Im Theater sitzen und einem Judenhasser zujubeln
Ihr wolltet nicht wissen, wie das wohl ist, Ihr Schauspielerinnen und Schauspieler, die Ihr am Abschlussabend der Filmfestspiele im Berlinale-Palast gesessen habt. Ihr Filmjournalisten von vornehmen Kulturmedien, die Ihr noch nie irgendetwas anderes verteidigen musstet, als Eure Filmbesprechungen. Und all Ihr anderen, die Ihr begeistert gebrüllt habt, als dieser syrisch-palästinensische „Regisseur“ Israel des Völkermords bezichtigte. Der Typ bedrohte Euch sogar. Solltet Ihr die Welt nicht so sehen wie er und die Mörder auf der Ladefläche des Pick-ups, dann seid Ihr vorgemerkt. Wie ist das wohl? Ein süßes Déjà-vu? Als deutscher ‚Kulturschaffender‘ in einem Berliner Theater zu sitzen und wieder einem Judenhasser zuzujubeln.
„Kauft nicht beim Juden“, traf 1933 auch das Kaufhaus Tietz, ein paar hundert Meter vom Potsdamer Platz entfernt. Als BDS-Anhängerin ist die Schauspielerin Tilda Swinton heute wieder der Meinung, beim Juden solle nicht gekauft werden. Sie bekam im vergangenen Jahr den Berlinale-Ehrenpreis für ihr Lebenswerk. Wie ist das wohl, wenn die Berlinale kein Steuergeld mehr bekommen würde? Sondern sich aus Zuwendungen reicher Antisemiten finanzieren müsste. Das ist dann wohl mindestens richtig.


