Es liegt ein klein wenig versteckt in einem Hinterhof in der Altstadt Köpenick. Das hat der Beliebtheit jedoch nicht geschadet. Nun feiert Zilles Stubentheater am Freitag, 16. Oktober, sein zehnjähriges Bestehen mit einem Tag des offenen Theaters und einem neuen Theaterstück. Interessierte können sich dabei rund um die berlinweit wohl einzigartige Spielstätte informieren, hinter die Kulissen schauen und bei der großen Feier „Zille lebt!“ Auszüge aus den besten Altberliner Programmen erleben.

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„Als wir 2016 von der Grünstraße in den Hinterhof der Jägerstraße 4 gezogen sind, konnten wir uns nicht vorstellen, wie erfolgreich ein Jahrzehnt später das kleine Theater werden würde“, sagt Inhaber und Theaterleiter Albrecht Hoffmann. „Unsere Gäste schätzen bei uns das authentische Flair, die große Leidenschaft, mit der wir unsere Stücke auf die Bühne bringen, und die echte Altberliner Schnauze“, berichtet er.

"Zilles Stubentheater" in der Jägerstraße 4 in der Altstadt Köpenick
Zilles Stubentheater befindet sich im Hinterhof an der Jägerstraße 4 in der Altstadt Köpenick.© Zilles Stubentheater | Zilles Stubentheater

„Vor allem die Figur des Heinrich Zille lebt in diesem Theater. Die Zille-Stücke am Nachmittag mit Kaffee und Kuchen sowie abends mit Erbswurstsuppe und Berliner Erfindungen hatten sich schnell zum Kultklassiker entwickelt. Zusammenfassend kann ich sagen: Unser kleines Stubentheater ist heute zu einer großen Erfolgsgeschichte geworden!“, äußert sich der Theatermacher.

Zilles Stubentheater in der Altstadt Köpenick: So kam es dazu

Heinrich Zille (1858–1929) war Grafiker, Maler und Fotograf und gehört zu den bekanntesten Berlinern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Populär wurde er, als er um die Jahrhundertwende anfing, Szenen aus der proletarischen Unterschicht in Berlin als Thema für seine Kunst zu entdecken. In den Hinterhöfen von Mietskasernen, in Seitengassen und in Kneipen der Arbeiterviertel bildete er das „Milljöh“ ab. Insbesondere seine originellen Zeichnungen brachten ihm den liebevollen Spitznamen „Pinselheinrich“ ein. Bis heute wird sein künstlerisches Gesamtwerk geschätzt.

"Zilles Stubentheater" in der Jägerstraße 4 in der Altstadt Köpenick
Klein, aber fein: In Zilles Stubentheater gibt es nur 35 Plätze.© Zilles Stubentheater | Zilles Stubentheater

Albrecht Hoffmann hat schon seit Langem eine besondere Beziehung zu Heinrich Zille. Ab 2007 trat er bei Stadtführungen in Köpenick und in Berlin-Mitte im historischen Kostüm als Zille auf. 2010 eröffnete er dann in der Grünstraße in der Altstadt Köpenick das ursprüngliche „Stubentheater“ mit lediglich zwölf Plätzen. Als 2016 dann die denkmalgeschützte ehemalige Hufschmiede in der Jägerstraße 4 frei wurde, zog Albrecht Hoffmann dorthin um und erweiterte sein Theater auf 35 Plätze. Ab 2022 wurde Zilles Stubentheater gemeinsam mit dem Vorderhaus als Altstadttheater Köpenick betrieben. Seit Anfang 2026 führt Hoffmann sein Theater wieder eigenständig fort.

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Was Besucher beim runden Jubiläum am 16. Oktober erwartet

Das Altstadttheater Köpenick wiederum wird seitdem von Loretta Müller und Benjamin Stoll fortgeführt. Das Schauspielerpaar hat sich dort vor allem mit dem Stück „Eisern verschossen: Verliebt in einen Unioner“ und der Fortsetzung „Eisern verschossen 2: Bis das Tor uns scheidet“ in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Regelmäßig pilgern Fans des 1. FC Union Berlin in Fanbekleidung dorthin, um sich das komödiantische Stück über einen Union-Fan und dessen Freundin, die von Fußball nichts versteht, anzusehen.

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Am 16. Oktober wird das zehnjährige Bestehen von Zilles Stubentheater ab 13 Uhr gefeiert. Auf der Bühne wird dabei eine musikalische Zeitreise mit Geschichten aus dem alten Berlin und den Theatertagen der letzten zehn Jahre gespielt. Es gibt theatereigenen Stubensekt und Schmalzstullen. Geplant ist auch eine kleine Versteigerung von Zille-Requisiten. Jeder kann dort hinkommen. Pünktlich zum Jubiläum ist auch das neue Stück „Zilles Portjesche allein im Haus“ mit Sabine Schröder gestartet.