Berlin braucht dringend neue Wohnungen. Und gleichzeitig braucht die Stadt auch angesichts des Klimawandels mehr Grünflächen. Dieser Konflikt bestimmt die Zukunft der traditionsreichen Späth’schen Baumschulen in Treptow. Auf dem Gelände will das Land Berlin 2500 Wohnungen und eine Schule bauen sowie auf zwölf Hektar Platz für Gewerbe schaffen. Dagegen regt sich Widerstand. Der langjährige Geschäftsführer und Betriebsinhaber der Späth‘schen Baumschulen, Holger Zahn, hatte im Mai die Unterschriftenaktion „Grüner Lernort statt grauer Bebauung – Stopp der Zerstörung der grünen Oase Späth‘sche Baumschulen!“ gestartet. Am Freitag wurde die Petition Christian Gaebler (SPD), Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, übergeben.
Gaebler sicherte zu, dass die identitätsstiftende Funktion der Späth’schen Baumschulen ein wesentliches Planungsziel bei der Entwicklung des „Dreieck Späthsfelde“ war und bleiben werde. Der Betrieb der Baumschule und die bestehenden kulturellen Nutzungen sollen planungsrechtlich gesichert werden. Mit dem vorliegenden Konzept werde der besondere Charakter des Gebiets mit den Späth’schen Baumschulen und dem Arboretum der HU Berlin erhalten und gestärkt. Die Baumschulenflächen mit dem Pflanzenverkauf, Hofladen, Gasthaus, Kräutergarten, blauer Märchenhütte, Baumschulenmuseum, historischem Kontorgebäude und Schwarzer Scheune würden durch die Planung nicht tangiert.
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Grüner Gürtel soll Kernfläche der Späth’schen Baumschulen umgeben
Das Konzept werde dahingehend weiterentwickelt, dass ein großzügiges Grün- und Freiraumband die Kernfläche der Späth’schen Baumschulen umgeben soll und so der historische Charakter der Späth’schen Baumschulen weiterhin sichtbar und erfahrbar bleibe, ohne dass das Ziel des Wohnungsbaus infrage gestellt werde.
Bei dem Ortstermin am Freitag hätten Gaebler, Oliver Igel (SPD), Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, und die Geschäftsführung der Späth’schen Baumschulen Einigung darüber erzielt, dass neben der Kernfläche der Späth’schen Baumschulen auch Orte wie das Garten-Biotop am Karpfenteich erhalten bleiben. Flächen der grünen Wissensvermittlung, wie beispielsweise der Weltacker, Obstbaumflächen und Schaugärten, sollen in die neu anzulegenden Grün- und Freiflächen integriert werden.
„Der Fortbestand der Späth’schen Baumschulen und die Integration des traditionsreichen Standortes in die Gesamtentwicklung für das ‚Dreieck Späthsfelde‘ sind ein wichtiges Anliegen von Senat und Bezirk“, erklärte Gaebler. „Wir sichern so gleichermaßen die städtebauliche Entwicklung mit bezahlbaren Wohnungen für 5000 Menschen als auch wichtige, identitätsstiftende Orte wie die Späth’schen Baumschulen.“
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„Unser Ziel ist, dass ein grüner Gürtel ein mögliches neues Stadtquartier Späthsfelde durchzieht und Späth als grünes Zentrum auch in Zukunft erlebbar bleibt“, sagte Holger Zahn. Und Bezirksbürgermeister Oliver Igel ergänzte: „Als ältester Berliner Gewerbebetrieb ist die Späth’sche Baumschule eine Institution in Treptow-Köpenick. Sie lebt aber nicht allein von der Historie, sondern auch vom grünen Umfeld. Es ist daher zwingend notwendig, dass bei der Entwicklung rund um die Baumschule nicht nur das Kerngeschäft erhalten bleibt, sondern das Ambiente stimmt: Ein die Baumschule umspannendes grünes Band soll den Ort weiterhin als Anziehungspunkt für Gäste bei Veranstaltungen erhalten und zudem garantieren, dass der Standort attraktiv für Kundinnen und Kunden ist.“
tok




