Sie kommen aus dem absoluten Nichts. Sie machen sich nicht bemerkbar, weil sie keine Klingel am Lenker haben. Auch an roten Ampeln rasen sie haarscharf an einem vorbei, denn Verkehrsregeln scheinen für sie nur ein Vorschlag zu sein. Die Rede ist von Rennradfahrern. Männer in meinem Alter (Mitte 30), die mit enger Radlerhose und Sonnenbrille auf ihre Rennmaschine steigen. Abgeschottet mit Kopfhörern, brettern sie mit Tempo 40 und mehr durch die Straßen. Vielleicht halten sie sich für den nächsten Tadej Pogačar.
Mit dem Rennrad durch Berlin – ohne Rücksicht auf Verluste
Ich selbst fahre gern Fahrrad. Sicherlich mache ich dabei auch nicht immer alles richtig. Solche „Kampfradler“ sind da aber ein komplett anderes Kaliber. Erst vor wenigen Tagen stand ich mit meinem Rad an einer roten Ampel am Köllnischen Platz. Einen Meter neben mir wartete eine Frau mit Lastenrad. Dann schoss plötzlich ein Mann auf dem Rennrad von hinten mit einem wilden Schlenker zwischen uns durch. Über den Bürgersteig fuhr er weiter auf die andere Straßenseite, vorbei an der gesamten Warteschlange, in die ich mich eingereiht hatte.
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Besonders in Erinnerung ist mir ein Erlebnis aus dem Sommer vergangenen Jahres. Damals war ich mit meiner Freundin in der Wilhelminenhofstraße in Oberschöneweide unterwegs. Wir wollten zum Kino laufen. Dann rauschte plötzlich ein Rennradler auf dem schmalen Gehweg mit einem enormen Speed an uns vorbei. Dabei streifte er meine Freundin sogar, die kurz laut erschrak.
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Das ist rücksichtslos und auch dumm. Hätte meine Freundin in dem Moment eine Armbewegung gemacht, wäre der Mann böse gestürzt. Bei dieser Fahrweise ist es erstaunlich, dass man in den Polizeimeldungen nicht viel häufiger von verunglückten Radfahrern liest.




