Bis zu 19.000 Stadttauben leben Stand 2022 in Berlin. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine schriftliche Anfrage der AfD vom 30. September 2024 hervor. Beliebt sind die Vögel nicht gerade. Sie können gefährliche Krankheiten wie Ornithose (Papageienkrankheit) und Pilzinfektionen übertragen. Taubenkot ist zudem stark ätzend und lässt sich schwer beseitigen.
Um die Tiere abzuwehren oder zu „vergrämen“, wie es in der Fachsprache heißt, wurde und wird viel ausprobiert. Der Bezirk Treptow-Köpenick setzte zuletzt auf ein angeblich harmloses Gel. „Ein Leuchtstoff in der Paste sorgt dafür, dass die Tauben glauben, sie sehen Feuer, und verschwinden“, sagte eine Sprecherin der Tierschutzorganisation Peta dem „Berliner Kurier“. Doch ganz so ungefährlich war das Mittel namens „Bird Free“, das in Schalen am Rathaus Köpenick ausgelegt wurde, dann offenbar doch nicht.

Gel soll Gefieder der Tauben verklebt haben
„An einer „Futter“-Stelle wurde eine Taube mit verklebtem Gefieder beobachtet. In der Nähe der Petrischalen mit dem Gel wurden zwei von einem Beutegreifer zerfetzte tote Tauben gefunden. Es besteht die Möglichkeit, dass die Vögel aufgrund verklebter Flügel nicht vor dem im Rathausturm lebenden Turmfalken fliehen konnten“, teilte Peta mit. Die Tierschützer gaben an, bei der Berliner Staatsanwaltschaft am 11. März Strafanzeige wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz erstattet zu haben. Darüber hinaus fordert Peta ein bundesweites Verbot von „Bird Free“.
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Im Rathaus Köpenick zeigt man sich einigermaßen verwundert. „Na ja, der Turmfalke hat schon immer Tauben bei uns erlegt“, sagte ein Sprecher dem „Berliner Kurier“. Von einer Strafanzeige wisse man derzeit nichts. Auch die Staatsanwaltschaft Berlin wollte den Eingang einer Strafanzeige weder bestätigen noch ausschließen.
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