Es sind gute Nachrichten für das Schlossplatztheater Köpenick, die gerade noch rechtzeitig kommen. Am Montag hat der Kulturausschuss im Abgeordnetenhaus im Rahmen der laufenden Haushaltsberatungen einen Änderungsantrag beschlossen, wonach die wichtige Kulturstätte in der Altstadt Köpenick finanziell doch noch abgesichert wird.
Das Land Berlin stellt demnach für die Jahre 2026 und 2027 jeweils 150.000 Euro zur Verfügung. Es ist genau die gleiche Summe, die das Theater auch jeweils für 2024 und 2025 erhalten hat. Wäre diese finanzielle Unterstützung aus Landesmitteln nicht zustande gekommen, hätte das Schlossplatztheater Köpenick im Dezember schließen müssen. So hatte es die künstlerische Leiterin Birgit Grimm im Juli der Berliner Morgenpost gesagt.
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Hintergrund war, dass das Theater zuvor bei der Vergabe der Landesmittel für die Förderjahre 2026/2027 überraschend leer ausgegangen war. Eine unabhängige Jury hatte im Auftrag der Senatskulturverwaltung über die zweijährige Basisförderung für Produktionsorte entschieden. Dabei wurde eine Gesamtsumme von insgesamt rund 6,5 Millionen Euro an 19 Einzelkünstler und Gruppen sowie 17 Produktionsorte verteilt. Erstmals seit 2007 wurde das Schlossplatztheater dabei nicht ausgewählt. Für Birgit Grimm war das ein Schock.
Schlossplatztheater Köpenick: Künstlerische Leiterin ist erleichtert
Nachdem sich die CDU und die SPD nun auf Landesebene einigen konnten und die Förderung des Theaters für die beiden kommenden Jahre gesichert wurde, sagt sie: „Diese Entscheidung bedeutet für uns alles. In den letzten Wochen war die Unsicherheit groß – umso größer ist jetzt die Erleichterung. Das Schlossplatztheater ist unser Zuhause, aber auch ein Ort für alle Menschen in dieser Stadt, die Theater lieben, die sich austauschen, lachen, nachdenken und berühren lassen wollen.“

Dankbar zeigt sich Birgit Grimm gegenüber allen, die sich für das Haus eingesetzt haben, insbesondere den Abgeordneten vor Ort. „Diese Solidarität zeigt, dass Kultur kein Luxus ist, sondern Teil des gesellschaftlichen Fundaments.“
CDU und SPD loben sich für ihr eigenes Engagement
Zu erwähnen ist jedoch auch, dass das Schlossplatztheater Köpenick in den vergangenen Wochen und Monaten ungewollt zum politischen Spielball wurde. Unter den Parteien herrschte zwar Einigkeit darüber, dass der Verlust des Theaters unbedingt vermieden werden sollte. Auf welche Weise dies geschehen sollte, sorgte allerdings für Diskussionen und gegenseitige Schuldzuweisungen.
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Da verwundert es auch nicht, dass sich CDU und SPD für dieses Ergebnis vor allem selbst lobten, nachdem sie nun auf Landesebene die Zukunft des Schlossplatztheaters für die beiden kommenden Jahre erst einmal gesichert haben. Die CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Treptow-Köpenick dankte in einer Pressemitteilung „ausdrücklich“ ihrem Kulturstadtrat Marco Brauchmann, den beiden CDU-Abgeordneten Maik Penn und Lisa Knack „sowie allen Beteiligten, die mit ihrem Einsatz zur Lösung beigetragen haben“.
Die SPD wiederum veröffentlichte eine eigene Mitteilung, in der sie die CDU mit keinem Wort erwähnte – dafür aber ihren Bürgermeister Oliver Igel sowie ihre beiden Abgeordneten Dunja Wolff und Alexander Freier-Winterwerb. Auch Theaterleiterin Grimm kommt in der SPD-Mitteilung zu Wort.
Treptow-Köpenick: Unterschiedliche Ansichten in der Bezirkspolitik
„Am Ende zählt das Ergebnis – und das freut uns sehr! Das Schlossplatztheater ist ein wichtiger kultureller Leuchtturm in unserem Bezirk“, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dustin Hoffmann. Eine „gemeinsame Kraftanstrengung“ habe die „Rettung“ möglich gemacht. Allerdings machte seine Fraktion auch noch einmal darauf aufmerksam, dass in der BVV erfolglos eigene Anstrengungen unternommen worden waren. So hatte die CDU einen Antrag eingebracht, der vorsah, das Schlossplatztheater Köpenick über Mittel aus dem Bezirkshaushalt abzusichern. „Dieser Vorschlag wurde noch Mitte September von der bezirklichen Zählgemeinschaft aus SPD, Grünen und Linken abgelehnt“, kritisierten die Christdemokraten.

Rot-Rot-Grün wiederum sah offenbar nicht den finanziellen Spielraum dafür gegeben, das Theater über den Bezirkshaushalt abzusichern. Stattdessen wollten sie erreichen, dass das Theater im Haushaltsplan der Senatskulturverwaltung für 2026 und 2027 berücksichtigt und eine ausreichende Finanzierung über Landesmittel sichergestellt wird.
Die SPD verkündete, dass mit der Entscheidung im Kulturausschuss am Montag endgültig klargestellt werde, dass das Schlossplatztheater als lebendiger Ort für Kunst, Begegnung und Debatte bleibe. „Das Schlossplatztheater ist ein zentraler Kulturort im Herzen Köpenicks. Es ist weit über den Bezirk hinaus bekannt und bereichert das Berliner Kulturleben seit Jahrzehnten. Die Rücknahme der Kürzung ist ein starkes Signal der Wertschätzung für die kulturelle Arbeit im Bezirk“, kommentierte Bürgermeister Oliver Igel.
„Kulturelles Juwel“, das „täglich wertvolle Arbeit leistet“
Seine Parteikollegin Dunja Wolff bezeichnete das Schlossplatztheater als „kulturelles Juwel“. Es stehe für künstlerische Qualität, lokale Verbundenheit und gelebte Kulturförderung. „Das Schlossplatztheater zu sichern, war für uns keine symbolische, sondern eine ganz praktische Frage kultureller Verantwortung. Hier wird tagtäglich wertvolle Arbeit geleistet, die Menschen zusammenbringt und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Dass die Kürzung jetzt vom Tisch ist, ist ein gemeinsamer Erfolg von Bezirk, Abgeordneten und Kulturschaffenden“, ergänzte der SPD-Abgeordnete Alexander Freier-Winterwerb.
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Die Linksfraktion in der BVV hatte noch kurz zuvor sowohl die CDU als auch die SPD attackiert. In einer Mitteilung vom 7. Oktober schrieben die Linken, dass der CDU-geführte schwarz-rote Senat dem Schlossplatztheater eine Regelfinanzierung „verweigere“ und zugleich die Bezirke „derart kaputt“ spare, dass vor Ort keine alternativen Fördermöglichkeiten blieben.
„Wer Kultur nur als freiwillige Aufgabe betrachtet, zerstört Stück für Stück das Fundament unserer Stadtgesellschaft. Das Schlossplatztheater steht für Bildung, Begegnung und Beteiligung – genau das, was Berlin so dringend braucht“, hatte Edith Karge, Sprecherin für Kultur bei der Linksfraktion, gesagt. Sie forderte vom Senat, endlich eine verlässliche Finanzierung sicherzustellen. Genau dies ist nun passiert.





