Sie war eines der bekanntesten Gesichter des DDR-Fernsehens. Am vergangenen Sonntag, 27. April, ist Urte Blankenstein, vor allem bekannt als „Frau Puppendoktor Pille“ aus dem „Sandmännchen“, im Alter von 81 Jahren in Berlin gestorben.
Nun würdigte auch der Bezirk Treptow-Köpenick, wo die Schauspielerin zuletzt lebte, ihr Schaffen. „Urte Blankenstein war weit mehr als eine Fernsehfigur – sie war eine vertraute Stimme und ein gutes Herz für viele Familien in unserem Bezirk. Ihr Wirken hat Spuren hinterlassen, die bleiben“, äußerte sich Bürgermeister Oliver Igel (SPD) in einer Mitteilung. Mit ihrem Tod verliere Berlin eine Künstlerin, die Generationen verbunden habe.
Frau Puppendoktor Pille ist tot: „Eine der Heldinnen meiner Kindheit“
Viele Berliner, die sich an den Spruch „Frau Puppendoktor Pille mit der großen runden Brille“ noch gut erinnern können, bekundeten in den sozialen Medien ihr Beileid zum Tod der Entertainerin und erinnerten dabei an persönliche Erlebnisse. „Eine der Heldinnen meiner Kindheit. Ich hatte das Glück, sie ein paar Mal zu treffen. Ruhe in Frieden, Urte Blankenstein“, schrieb beispielsweise der frühere Bürgermeister und heutige Jugendstadtrat von Marzahn-Hellersdorf, Gordon Lemm (SPD), auf seiner Facebook-Seite. Dazu veröffentlichte er ein Foto, das ihn neben Urte Blankenstein zeigt.
Über zwei Jahrzehnte lang habe diese mit ihrer liebevollen Rolle im „Abendgruß“ das Einschlafritual zahlloser Kinder geprägt. „Ihre Auftritte verbanden Unterhaltung mit Herz und vermittelten generationenübergreifend Werte wie Fürsorge und Verantwortungsbewusstsein. Auch nach dem Ende der Fernsehzeit blieb sie künstlerisch aktiv – auf der Bühne, im Gespräch mit ihrem Publikum und in musikalischen Programmen. So zeigte sie, dass ihre Kreativität weit über die Rolle der Puppendoktorin hinausging“, teilte das Bezirksamt Treptow-Köpenick in einem Nachruf mit.

Schauspielerin im Fernsehen und auf der Theaterbühne
In ihrer Rolle als „Frau Puppendoktor Pille“ war ihr Rat gefragt im DDR-Fernsehen. Dabei gab die Schauspielerin vor allem Eltern Tipps auf dem Bildschirm – und später auch von der Theaterbühne. Noch über Jahrzehnte trat sie in der Rolle der Frau im Doktorkittel mit geflochtenen schwarzen Zöpfen und riesiger schwarzer Brille auf Bühnen auf – bis zuletzt.
Urte Blankenstein spielte die beliebte TV-Figur von 1968 bis zum Ende der Episoden im „Sandmännchen“-Abendgruß 1988. Dabei suchten nicht nur Puppeneltern in ihrer Sprechstunde Rat. Sie selbst sah sich als Freundin der Kinder und Seelentrösterin, gab ihnen mit ihrer sanften Stimme Tipps für gutes Verhalten, richtige Ernährung und das Vermeiden von Erkältungen. „Viele dachten, ich sei Kinderärztin oder Kindergärtnerin“, erzählte sie einmal.
Urte Blankenstein: Rolle aus dem Sandmännchen prägte ihre Karriere
Die aus Ostpreußen stammende Entertainerin lebte als Mädchen einige Jahre im Kinderheim, wo viel gesungen wurde, und studierte später Schauspiel. Bis zum plötzlichen Aus war Blankenstein etwa 1500-Mal die Frau Puppendoktor im Kinderprogramm. Danach bekam sie keine andere Rolle mehr angeboten, weil sie an der Stimme erkennbar sei – so moderierte sie Musiksendungen.
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Seit dem Mauerfall spielte sie verschiedene Programme auf kleinen Bühnen oder sang. In „Der Nächste bitte …“, einer turbulenten Sprechstunde mit Frosch Quaki und Sanitäter Konstantin, war sie auch immer wieder in ihrer TV-Paraderolle zu erleben. Anders als ihre beiden Vorgängerinnen in Brille, Kittel und Zopfperücke, Helga Liebau-Labudda und Angela Bronner, blieb Blankenstein damit auch jenseits der Mattscheibe als „Frau Puppendoktor Pille“ präsent – und beliebt.
Mit Material von dpa



