An diesem Donnerstag hat in Berlin die Zierbrunnen-Saison begonnen. Sie läuft bis Oktober. Die Berliner Wasserbetriebe stellten am Vormittag gemeinsam mit Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU) und Treptow-Köpenicks Umweltstadträtin Claudia Leistner (Grüne) die Wasserfontäne im Rosengarten des Treptower Parks an. Die Morgenpost beantwortet die wichtigsten Fragen zu den Brunnen in der Stadt.

Wie viele Brunnen gibt es in Berlin?

Insgesamt gibt es in Berlin mehr als 270 Zierbrunnen. Zusätzlich gibt es über 245 Trinkbrunnen, die für die Versorgung mit Trinkwasser gedacht sind.

Wer ist für den Betrieb der Brunnen verantwortlich?

Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) betreuen aktuell in neun der zwölf Bezirke, die mit dem landeseigenen Unternehmen einen entsprechenden Vertrag geschlossen haben, die Zierbrunnen. Sie sind für die laufende Wartung, Kontrolle, Säuberung sowie die In- und Außerbetriebnahme vor und nach der Saison verantwortlich. 2026 sollen die Bezirke Reinickendorf und Marzahn-Hellersdorf, 2028 dann auch Mitte als letzter Bezirk nach Auslaufen bestehender Verträge mit Dritten folgen.

Außerdem kümmern sich die BWB berlinweit um die Trinkbrunnen. Insgesamt 20 Mitarbeiter übernehmen diese Aufgabe. Neu ist, dass das Unternehmen nun auch noch den Service für die Pflege und Instandhaltung der Notbrunnen übernimmt. Begonnen wurde damit bereits in Spandau und Charlottenburg-Wilmersdorf. Bis Ende 2026 sollen dann alle der stadtweit 2091 Brunnen, wovon 1190 dem Land Berlin und 901 dem Bund gehören, unter der Regie der BWB instandgehalten werden.

Wie viele Brunnen sprudeln zum Beginn der Saison?

Mit dem Saisonstart am Gründonnerstag gehen laut BWB 71 Zier- und Springbrunnen, Fontänen und Wasserläufe in Betrieb. Weitere 63 werden schrittweise bis Mitte Mai folgen. Die insgesamt neun Planschen werden allerdings erst angestellt, wenn konstant über 25 Grad Celsius herrschen.

Treptower Park
Die Wasserfontäne im Treptower Park ist beliebt bei Kindern zum Planschen und bei Hunden zur Abkühlung. Deshalb sollte niemand auf die Idee kommen, dieses Wasser zu trinken, auch wenn es regelmäßig gereinigt wird.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Wie viele Zierbrunnen sind funktionsfähig und wie viele fallen aus?

Von den aktuell durch die BWB betreuten 182 Wasseranlagen vom Tiefbrunnen bis zur Fontäne sind derzeit 134 betriebsfähig. Weitere 38 Brunnen werden momentan zum Teil in Kooperation mit den Bezirksämtern saniert oder repariert und werden anschließend noch diese Saison sprudeln. Die übrigen zehn Anlagen bleiben in diesem Jahr trocken – entweder aufgrund eines größeren Reparatur- oder Investitionsbedarfs, was Sache der Bezirke ist, oder weil sie beispielsweise mitten in einer Baustelle stehen.

Welcher ist der brunnenreichste Bezirk?

Nach Angaben der Berliner Wasserbetriebe ist das Friedrichshain-Kreuzberg mit 60 Anlagen, darunter 27 Zierbrunnen, 17 Tiefbrunnen, sechs Planschen, vier Seefontänen und zwei Wasserfällen. In Treptow-Köpenick, wo die Zierbrunnen-Saison eröffnet wurde, sind insgesamt 17 Anlagen, darunter auch die Plansche im Plänterwald, vorhanden. Laut Umweltstadträtin Claudia Leistner wird lediglich der Löwenbrunnen erst deutlich später in Betrieb gehen, weil sich dieser auf dem Marktplatz Adlershof befindet. Dort werden derzeit noch die letzten Bauarbeiten der seit 2022 laufenden Umgestaltung erledigt.

Was ist das Besondere an der Wasserfontäne im Treptower Park?

Bei der Anlage im Rosengarten der beliebten Parkanlage wird das Wasser aus 27 Düsen in eine Höhe von bis zu acht Metern geschossen. Sie verfügt über drei Pumpen, eine Wasseraufbereitungsanlage und zwei Filteranlagen sowie einen 25 Meter tiefen Grundwasserbrunnen.

Weitere Themen aus Treptow-Köpenick:

Die Anlage hat in jüngerer Vergangenheit eine große Reparatur hinter sich. Von Sommer 2023 an war sie ein Jahr lang nicht in Betrieb. Wegen einer Materialermüdung kam es damals zu einer starken Überflutung in der sogenannten Brunnenstube, die sich unter der Erde befindet. Die gesamte Technik, die unter Wasser stand, musste anschließend erneuert werden. Der Schaden betrug damals 60.000 Euro.

Treptower Park
So sieht es in der sogenannten Brunnenstube neben der Wasserfontäne im Treptower Park aus. Hier hatte es im Sommer 2023 eine starke Überflutung gegeben, weswegen die Fontäne ein Jahr außer Betrieb war.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Welche Qualität hat das Wasser aus den Zierbrunnen?

Auch wenn es laut Stephan Natz Brunnen gibt, in die zumindest einmalig Trinkwasser eingelassen wird, hat das Brunnenwasser keine Trinkwasserqualität. „Jeder Mensch, der bei Sinnen ist, würde das nicht trinken“, so der Pressesprecher der Wasserbetriebe, denn in den Brunnen planschen auch Kinder, kühlen sich Hunde ab oder landet Müll. „Man würde ja auch nicht aus einer Pfütze trinken“, so Natz.

Wie oft werden die Brunnen gereinigt?

Die meisten Zierbrunnen werden nach Auskunft von Stephan Natz etwa alle vier Wochen gereinigt. Bei der Wasserfontäne im Treptower Park allerdings wird alle zwei Wochen eine Säuberung vorgenommen. Das liegt unter anderem daran, dass dort neben vielen Kindern und Hunden auch aufgrund des flachen Wasserstands und das ganztätigen Sonneneinfalls das Wasser schnell eine grüne Färbung annimmt und umkippen kann.

Dürfen Bürger Wasser aus den Zierbrunnen entnehmen, um damit Straßenbäume zu gießen?

Eigentlich ist das nicht erlaubt, denn dafür sind die Notbrunnen gedacht. Wie Stephan Natz erklärt, würden ein paar Gießkannen aber kaum auffallen. Die Zierbrunnen haben ihm zufolge immer eine sogenannte Nachspeiseeinrichtung und können die Wasserentnahme somit ausgleichen.

Treptower Park
Zierbrunnen sorgen für einen Kühlungseffekt. Die Wasserfontäne im Rosengarten des Treptower Park ist dazu gut geeignet, denn die Sonne strahlt hier den ganzen Tag auf die Anlage.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Welche Rolle spielen die Brunnen bei der derzeitigen Dürre?

Brunnen seien wichtige Orte der Abkühlung und hätten einen Kühlungseffekt in Zeiten, in denen sich das Klima immer weiter aufheize, wie alle Beteiligten betonten. Für die aktuelle Jahreszeit sei die Dürre schon sehr stark, sagte Umweltsenatorin Ute Bonde im Gespräch mit der Morgenpost. „Wir hoffen wirklich auf Regen, damit die Dürre nicht noch weiter zunimmt“, ergänzte sie.

Jede Berlinerin und jeder Berliner könne auch selbst aktiv werden und den unter der Trockenheit leidenden Bäumen helfen. „Ich habe es jetzt schon gesehen, dass einzelne Bürgerinnen und Bürger tatsächlich schon mit der Gießkanne an den Bäumen stehen. Ich glaube, dass diejenigen vor Ort immer am besten einschätzen können, wie es den Pflanzen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft tatsächlich geht. Und insofern danke ich natürlich jedem, der zur Gießkanne greift und dann die Pflanzen auch gießt“, äußerte sich Ute Bonde.