Im vergangenen Jahr wurde in Treptow-Köpenick „275 Jahre Grünau“ mit einem Festumzug, Sonderschifffahrten und Feuerwerk groß gefeiert. 2025 geht es mit weiteren großen Jubiläumsfesten weiter. Im Fokus steht diesmal ganz besonders der Ortsteil Altglienicke. Hierzu hat das Bezirksamt kürzlich erste Informationen veröffentlicht.

Vom 4. bis 6. Juli soll demnach das zentrale Jubiläumsfest rund um die Altglienicker Pfarrkirche im Ortskern zelebriert werden. Geplant sind neben dem zentralen Straßenfest mit Ständen, mehreren Livemusik-Bühnen und einer Lichtshow zum Abschluss auch ein Festumzug am 6. Juli sowie zahlreiche Veranstaltungen im gesamten Ortsteil von Mitte Juni bis Weihnachten. Nach der Absage des Festumzugs zum Köpenicker Sommer und dem deutlich verkleinerten Bölschefest im Mai könnte dies das größte Volksfest im Berliner Südosten dieses Jahr werden.

Altglienicke: Was über die Anfänge des Ortsteils bekannt ist

Zur Geschichte: Im Jahr 1375 wurde Altglienicke erstmals als „Glinik“ erwähnt – im Landbuch von Kaiser Karl IV. Heute leben rund 33.000 Menschen in dem Ortsteil, der einen Mix aus Plattenbauten und Einfamilienhäusern aufweist.

Neben Einfamilienhäusern prägt das Kosmosviertel, bestehend aus Plattenbauten, den Ortsteil Altglienicke.
Neben Einfamilienhäusern prägt das Kosmosviertel, bestehend aus Plattenbauten, den Ortsteil Altglienicke.© Maurizio Gambarini | Maurizio Gambarini

„Nicht nur Altglienicke und Bohnsdorf, auch benachbarte Orte wie Schmöckwitz und Schönefeld – allesamt stützen sich auf das Jahr 1375. Natürlich sind die Dörfer da nicht wirklich gegründet worden, sie sind älter, aber unklaren Datums“, schildert der FDP-Bezirksverordnete Joachim Schmidt in einem Beitrag im Lokalblatt „Der Dörferblick“. „Wenn wir in Deutschland Ortsjubiläen feiern, wie 800 Jahre Köpenick im Jahr 2009 oder 775 Jahre Berlin 2012, dann stützt man sich immer auf die erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens“, erklärt er dort.

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Anhand archäologischer Funde sei bekannt, dass im Ortsbereich Altglienicke schon 2000 Jahre vor Christus Menschen siedelten. Es sei verbürgt, dass dort im 9. Jahrhundert slawische Wenden die bis dahin siedelnden germanischen Semnonen ablösten, so Joachim Schmidt, der inzwischen eine Facebook-Gruppe mit dem Titel „650 Jahre Altglienicke“ eröffnet hat. Anwohner können sich dort austauschen und finden fortlaufend kompakt Informationen seitens des Festkomitees rund um das Ortsteiljubiläum.

Auch in Schmöckwitz und Bohnsdorf wird 2025 ein Jubiläum gefeiert

Organisiert wird das Jubiläum von einem Festkomitee, bestehend aus dem Bürgerverein, Kulturverein, der VSG Altglienicke, Miteinander im Südosten, Kiezbund, BENN, dem Quartiersmanagement Kosmosviertel, der AWO und der evangelischen Kirche. „Ganz Altglienicke hat sich zusammengetan, um das große Jubiläum angemessen zu feiern. Für einen so enorm kontrastreichen Ortsteil wie Altglienicke ist das ein toller Beweis für ein funktionierendes lokales Miteinander“, sagt Kulturstadtrat Marco Brauchmann (CDU). Finanziert wird das Jubiläum vor allem durch 130.000 Euro aus der Berliner Lotto-Stiftung.

Bereits vor den Feierlichkeiten in Altglienicke sind vom 27. bis 29. Juni Veranstaltungen zu 650 Jahre Bohnsdorf geplant, etwas später dann vom 12. bis 20. Juli auch zu 650 Jahre Schmöckwitz.