Viele Spielplätze in Berlin haben Elemente, die auffallen und besonders sind. Der Spielplatz in der Schneckenburgerstraße, Ecke Gellertstraße in Adlershof bietet nun aber ein optisches Highlight, das es so in Deutschland noch nie auf einem öffentlichen Spielplatz gegeben hat. Dort wurde von der Firma Berliner Seilfabrik aus Reinickendorf ein knapp zehn Meter hohes Klettergerüst in Form eines Heißluftballons gebaut, das schon von der Dörpfeldstraße aus zu sehen ist.
Am Montag wurde der „Heißluftballon-Spielplatz“, der bereits am Wochenende zum Spielen freigegeben war, von Grünflächenstadträtin Claudia Leistner (Grüne) dann auch offiziell eröffnet. Zuvor war der frühere Drachenspielplatz, der so bezeichnet wurde, weil es dort einen Spieldrachen gegeben hat, seit Februar 2024 vom Straßen- und Grünflächenamt Treptow-Köpenick umfassend umgebaut worden.
Heißluftballon ersetzt beschädigten Drachen
Dabei wurde auch der in die Jahre gekommene und beschädigte Spieldrachen abgerissen. Während der Bauarbeiten war der Spielplatz gesperrt, konnte daher nicht genutzt werden. Zuletzt hatte sich die Fertigstellung noch aufgrund der winterlichen Witterung verzögert.
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Ziel der Umgestaltung ist es laut dem Bezirksamt gewesen, nicht nur das Spielangebot für Kinder und Jugendliche zu verbessern, sondern auch für mehr Schatten in den immer heißer werdenden Sommermonaten zu sorgen. Das Gelände ist außerdem jetzt barrierefrei erreichbar.

Im Umfeld des Heißluftballons, der jetzt das Herzstück des Spielplatzes bildet, befinden sich weitere neue Spielgeräte, darunter ein Tic-Tac-Toe-Spiel und ein Holz-Memory. Ergänzt wurden nach Bezirksangaben auch ein Spielhaus, eine Spielkombination mit vielen Klettermöglichkeiten und eine Rutsche sowie eine Sandbaustelle für Kleinkinder. Beliebte und intakte Spielgeräte wie die Schaukel, die Drehscheibe und die Kletterfelsen, die es bereits vor dem Umbau gegeben hat, sind erhalten geblieben. Erneuert wurden die Sitzgelegenheiten und Tischtennisplatten im nördlichen Teil des Spielplatzes.
Spielplatz in Adlershof mit Ideen von Kindern gestaltet
Dass jetzt dieser riesige Heißluftballon den Adlershofer Kiez bereichert, liegt in erster Linie an den Kindern und Jugendlichen. Für die Auswahl der Spielgeräte wurden sie im Frühjahr 2023 beteiligt, konnten ihre Ideen und Wünsche für die Umgestaltung einbringen. Im Fokus stand dabei das zentrale Spielgerät des Spielplatzes.
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In Kooperation mit der Kindertagesstätte „Adlershofer Marktspatzen“ und der Heide-Grundschule wurden insgesamt drei Workshops veranstaltet, an denen rund 40 Kinder teilnahmen. Auch Anwohner hatten die Möglichkeit, über die Beteiligungsplattform „mein.berlin.de“ Hinweise abzugeben. Insgesamt 60 Ideen seien von den Bürgern aufgenommen worden, heißt es aus dem Bezirksamt.
„Klar erkennbar war in allen Beteiligungsgruppen der Wunsch nach Spielangeboten zum Klettern – und auch der Wunsch nach zusätzlichen Angeboten für Kleinkinder wurde mehrfach genannt. Die gesammelten Hinweise wurden in der Ausschreibung für die Spielgeräte sowie den Entscheidungsprozess miteinbezogen“, teilt die Behörde mit.
Hinter dem Klettergerüst steckt die Firma Berliner Seilfabrik
Nach Auskunft von David Köhler, Geschäftsführer der Berliner Seilfabrik, hat die Firma erstmals für einen Park in der ungarischen Hauptstadt Budapest einen noch etwas größeren Heißluftballon gebaut. Mittlerweile gibt es ihm zufolge weltweit zehn, in Deutschland bisher nur einen im privaten Freizeitpark „Schwabenpark“ in Baden-Württemberg. Der Heißluftballon in Adlershof ist der erste dieser Art auf einem öffentlichen Spielplatz.

Er weist ein etwa 25 Quadratmeter großes Betonfundament auf, das einen Meter tief in der Erde verbaut wurde. Die Außenhülle ist aus Segeltuch gefertigt worden. Im Inneren kann bis an die Spitze geklettert werden. Kinder können oben sogar den Kopf durchstecken und herausgucken, jedoch nicht nach draußen klettern. Mit diesem besonderen Klettergerüst hatte sich die Berliner Firma in einem Wettbewerb gegen eine Handvoll anderer Bewerber durchgesetzt.
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Bei den Kindern machte der Heißluftballon gleich großen Eindruck. Ein Junge schätzte dessen Höhe auf 20 statt zehn Meter, ein anderer sogar auf 30 bis 40 Meter. Nachdem Stadträtin Claudia Leistner ihre Eröffnungsrede beendet hatte, stürmte direkt mindestens ein Dutzend Mädchen und Jungen auf den Ballon zu, um ihn zu erkunden. Gekostet hat der Spielplatz, der aus verschiedenen Mitteln finanziert wurde, insgesamt 440.000 Euro. Allein knapp 160.000 Euro teuer war die Herstellung des Heißluftballons.





