So hat man Oliver Igel, seit inzwischen 13 Jahren Bürgermeister von Treptow-Köpenick, noch nicht gesehen. In einem am Freitag freigeschalteten Reel, einem Kurzvideo auf der Social-Media-Plattform Instagram, spricht der SPD-Politiker plötzlich Jugendsprache, während er vor mehreren Köpenicker Sehenswürdigkeiten zu sehen ist. Veröffentlicht wurde das Video vom Bezirksamt. „Wenn unser Gen-Z-Azubi das Skript für unseren Bezirksbürgermeister schreibt“, lautet die Beschriftung.

„Hallo, i bim’s, der Bezirksbürgermeister Oliver Igel, und dieser Bezirk hittet anders“, sagt er da zum Anfang in die Kamera. „Hinter mir seht Ihr das Rathaus Köpenick. Es bekommt gerade ein Glow up. Props an die Baufirmen“, erzählt er schmunzelnd, und ergänzt: „Nicht mehr lange – und wir ziehen hier wieder zurück. Mal schauen, was wird.“

Hauptmann von Köpenick bald nicht mehr „lost“

In der nächsten Einstellung klopft der Sozialdemokrat der Bronzeskulptur des Hauptmanns von Köpenick auf die Schulter, der direkt vor dem Eingang zum Köpenicker Rathaus steht. Igels Kommentar, wenn die Mitarbeiter des Bezirksamts im kommenden Jahr nach der abgeschlossenen Sanierung des Gebäudes zurückziehen: „Dann ist auch dieser Kumpel nicht mehr lost.“

Kurz darauf steht der Bürgermeister auf der Schlossinsel. „Auch das Schloss Köpenick, das barocke Wasserschloss der Hohenzollern aus dem 17. Jahrhundert, hat Main Character Energy. Slay“, sagt er. Das Wort „slay“ bedeutet so viel wie „erschlagende Wirkung“. Danach spricht er das Museum Köpenick an. Dieses zeige eine Auswahl der wichtigsten archäologischen Funde auf Köpenicker Gebiet und stelle die bedeutendsten Kapitel der Bezirks- und Stadtgeschichte dar. „Just facts“, so der 46-Jährige.

Treptow-Köpenick: Bürgermeister Oliver Igel will nicht „flexen“

Im Anschluss kommt Oliver Igel, ohne angeben zu wollen, auf die Besonderheiten von Treptow-Köpenick zu sprechen. „Kein Flex, aber wir haben nicht nur Berlins höchste natürliche Erhebung und die längste Straße, sondern auch das weltweit größte bewegliche Linsenfernrohr.“ Dieses befindet sich im Übrigen auf dem Dach der Archenhold-Sternwarte im Treptower Park.

Als Nächstes erzählt Igel in dem Video, dass Treptow-Köpenick auch Berlins wasserreichster Bezirk ist. „Und hier der Frauentog, der hat Aura“, baut Igel auch das gerade erst gekürte Jugendwort des Jahres 2024 ein. Frauentog wird die östlich der Schlossinsel gelegene Bucht in der Dahme genannt.

Reaktionen auf Video bei Instagram positiv

Danach ist der Politiker an einem weiteren Ort in der Altstadt Köpenick zu sehen. „In einer unserer Mittelpunktbibliotheken wie hier am Alten Markt können unsere Brains die Angebote des Makerspaces nutzen. Es gibt kostenloses WLAN. Gönnt euch“, sagt der Vater eines elfjährigen Sohnes.

Das Instagram-Video endet mit: „Wallah Krise. Jetzt muss ich aber zu meinem nächsten Termin. Echt bodenlos.“ Dann dreht sich Oliver Igel mit einem Klemmbrett in der Hand um und geht weg. Die ersten Reaktionen unter dem Video sind positiv – von „nett“ bis „mega!“ über „cooles Reel“ und mehreren Lachsmileys.

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