Mehr Tradition geht kaum: Mit ihrem Gründungsdatum am 11. September 1720 sind die Späth’schen Baumschulen das älteste produzierende Unternehmen Berlins. Vor vier Jahren wurde groß das 300-jährige Bestehen gefeiert. So alt ist das Traditionsfest auf dem Areal bei Weitem nicht, dennoch findet es am kommenden Wochenende auch schon bereits zum 30. Mal statt.
Späth‘sche Baumschulen: Rose wird nach Immanuel Kant getauft
Zu diesem runden Jubiläum haben die Späth’schen Baumschulen ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt – inklusive Rosentaufe, Blütenzauber, Live-Musik und Kinderunterhaltung. Rund 120 Aussteller werden vor Ort sein, Kunsthandwerk und Pflanzen für Garten, Terrasse und Balkon anbieten. Es gibt Winzerweine und kulinarische Spezialitäten.

Rund um den Karpfenteich will das Unternehmen bei dem Fest sein angelegtes Gartenparadies als neues Kleinod auf dem Gelände vorstellen, zu Ehren Immanuel Kants. So wird Marianne Motherby, Nachfahrin eines engen Freundes des Philosophen und stellvertretende Vorsitzende der internationalen Gesellschaft „Freunde Kants und Königsbergs“, am Sonntag um 16 Uhr eine neu gezüchtete Rose auf den Namen „Immanuel Kant“ taufen. Die feierliche Namensgebung erfolgt anlässlich von Kants 300. Geburtstag. Weitere Pflanzungen in Europa sollen diesbezüglich noch folgen.
„Apfelpapst“ kommt zum Traditionsfest
In der historischen Packhalle laden Obstbauern aus Thüringen beim Traditionsfest zu einer Apfelverkostung, Beratung und Verkauf ein. Der Pomologe Dr. Hilmar Schwärzel, auch „Apfelpapst“ genannt, bietet dort eine kostenfreie Obstsortenbestimmung an. Besucher können dafür Früchte und Blätter aus dem eigenen Garten mitbringen. Wer auf der Suche nach Inspiration ist, kann den Vorführungen der Gärtner der Späth’schen Baumschulen zusehen, die Einblicke in ihr Handwerk geben.

Zugleich soll der Beginn der Erntezeit gefeiert werden. Dazu bietet das Unternehmen unter anderem selbstgezogene, essbare Kürbisse in allen Formen und Farben an, zeigt eine Herbstastern-Schau rund um den Hofladenbrunnen sowie farbenfrohe Stauden auf den Produktionsflächen. Auch andere Gartenbaubetriebe aus der Region und aus ganz Deutschland sind zu Gast und zeigen botanische Raritäten, Gewächse und seltene Kletterpflanzen.
Monbijou-Theater trägt Grimm‘sche Märchen vor
Kinder, die sich vielleicht nicht so wirklich für die Pflanzenwelt interessieren, sollen mit Vorführungen des Monbijou-Theaters abgelenkt werden. Das Ensemble zeigt Grimm’sche Märchen im Haus aus Bäumen. Familien haben die Möglichkeit, auf dem Kremserwagen eine Erkundungsfahrt über das Baumschulengelände mitzumachen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, mit Naturmaterialien zu basteln, Armbrust- und Bogenschießen auszuprobieren.

Wer noch mehr in die drei Jahrhunderte alte Geschichte der Späth’schen Baumschulen eintauchen möchte, kann sich dem Reimesprecher Theo Theodor anschließen. Dieser wird in Gestalt des Gründers Christoph Späth über das Fest spazieren und Anekdoten erzählen. Ebenfalls geschichtlich wird es bei der Neueröffnung der Dauerausstellung von historischen Gartengeräten im Fertigheckengarten.
Mobile Mosterei quetscht Saft aus frischen Äpfeln und Birnen
Vor Ort mit dabei ist außerdem die mobile Mosterei „Mostquetsche“, die Äpfel und Birnen ab 100 Kilogramm direkt auf dem Traditionsfest zu Saft verarbeitet. Besucher, die eine solche Menge Obst zum Mosten mitbringen, erhalten am Eingang Ligusterweg freien Eintritt. Erstmals nimmt die mobile Mosterei auch kleinere Mengen reifer Äpfel an und tauscht diese gegen Apfelsaft. Allerdings ist das nur mit einem Termin möglich, der unter der Telefonnummer 017696321928 vereinbart werden kann.

Für Live-Musik sorgen an beiden Tagen das Berliner Frauenensemble „holz&blech“, das Jazz-Orchester „Neue Welt“ und die „Jazzfamily Berlin“, das SpreeTONorchester und „Schottenschulle“. Gespielt werden unter anderem sinfonische Blasmusik von Swing über Latin und Funk bis hin zu Pop, Tanzschlager und Jazz.
Bezirk Treptow-Köpenick als „Rückendeckung“
Offiziell eröffnet wird das Traditionsfest am Sonnabend um 12 Uhr von Treptow-Köpenicks Bürgermeister Oliver Igel (SPD) und Umweltstadträtin Claudia Leistner (Grüne). „Diese Rückendeckung für den Baumschulenbetrieb hat für die Späth’schen Baumschulen eine besondere Bedeutung: Der Bezirk, in dessen Händen die stadtplanerische Hoheit liegt, bekräftigt den Willen zum Standorterhalt für Späth“, teilte das Unternehmen mit.

Der Eintritt für das Traditionsfest der Späth‘schen Baumschulen, Späthstraße 80/81, kostet acht Euro, Kinder bis 16 Jahre frei. Mit dem Eintritt erhalten Besucher automatisch zehn Prozent Rabatt auf alle Pflanzen. Geöffnet ist Sonnabend und Sonntag, 21. und 22. September, jeweils von 9 bis 18 Uhr.
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