Treptow-Köpenick

Lange Brücke: Zweite Bürgerveranstaltung am 6. Oktober

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Lea Hensen
Die lange Brücke in Köpenick bekommt einen Ersatzneubau.

Die lange Brücke in Köpenick bekommt einen Ersatzneubau.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Bis 2027 will die Senatsverkehrsverwaltung die Lange Brücke neu bauen. Jeder kann sich am Planungsprozess beteiligen.

Berlin. Für den Neubau der Langen Brücke, die Spindlersfeld und Köllnische Vorstadt mit der Köpenicker Altstadt verbindet, hat die Senatsverkehrsverwaltung Großes versprochen: Bis 2027 soll er fertig werden, 2024 sollen die Abrissarbeiten an der historischen Brücke beginnen. Das wäre ein vergleichsweise zügiges Tempo: Die Salvador-Allende-Brücke wird seit 2019 und voraussichtlich bis Mitte 2022 saniert. Die Sanierung der Elsenbrücke wird wohl noch bis 2028 dauern.

Im Juni fand eine erste Online-Veranstaltung von Senatsverkehrsverwaltung und Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) zum Neubau der Langen Brücke statt. Bürgerinnen und Bürger können sich über die Plattform meinBerlin am Planungsprozess beteiligen.

Am Mittwoch, 6. Oktober, findet eine zweite Online-Bürgerveranstaltung statt. Interessierte können sich zwischen 18 und 20 Uhr unter https://mein.berlin.de/projekte/ersatzneubau-der-langen-brucke-in-berlin-treptow-k/ einwählen und an der Diskussion teilnehmen. Wie das Bezirksamt mitteilte, soll diesmal über den aktuellen Stand der Pläne informiert werden. Außerdem sollen die Brückenvarianten und die nächsten Schritte im Verfahren vorgestellt werden. Bis 2022 will man sich für eine der Varianten entscheiden.

Zwei Behelfsbrücken seit Sanierung in den 1990er Jahren

Die Lange Brücke ist so desolat, dass sie eigentlich aus drei Brücken besteht. Die historische Brücke mit den steinernen Mauerwerksbögen wurde 1891 gebaut und in den 1990er Jahren grundlegend saniert. Die Sanierung für damals 8,5 Millionen D-Mark brachte aber nicht den gewünschten Erfolg. Die Stadtplanung stellte nach Abschluss der Arbeiten fest, dass die Brücke das erhöhte Verkehrsaufkommen gar nicht trägt. Deswegen ließ man zwei Behelfsbrücken aus Stahl stehen, die während der Bauzeit nördlich der Brücke errichtet worden waren.

Seitdem läuft der Verkehr samt Straßenbahn in Richtung der Köpenicker Altstadt über die historische Brücke. Die nördliche Fahrbahn des Bauwerks ist gesperrt. Der Verkehr in die entgegengesetzte Richtung, also zur Berliner Stadtmitte hin, fährt über die Behelfsbrücken. 2018 wurden Schäden an einer der Behelfsbrücken festgestellt. Seitdem darf man sie nur noch mit maximal 10 km/h überqueren.

Der Neubau des Köpenicker Wahrzeichens steht schon lange an. Die Senatsverwaltung plant, zunächst die Behelfsbrücken zu sanieren, damit sie während der Bauzeit den Verkehr tragen. Auch die Straßenbahnlinie soll während der Bauzeit über die Behelfsbrücke fahren. Nach dem Abriss der historischen Brücke will man mit dem Neubau starten. Nach Fertigstellung soll das neue Bauwerk rund 33.000 Fahrzeuge pro Tag tragen. Für den Bau sind 30 Millionen Euro veranschlagt.