Jubiläum

Die Späth'schen Baumschulen feiern 300. Geburtstag

Die Späth'schen Baumschulen sind Deutschlands älteste Gartenbaubetrieb. Jetzt feiert das Treptower Unternehmen Jubiläum.

Liguster-Pflanzen werden in den Späth'schen Baumschulen bewässert.

Liguster-Pflanzen werden in den Späth'schen Baumschulen bewässert.

Foto: dpa

Berlin. Die älteste Baumschule Deutschlands in Berlin erinnert mit 300 Tulpensorten an ihre Gründung vor 300 Jahren. Doch die Tulpenschau zum Auftakt des Jubiläumsjahres kann nun wegen der Corona-Krise nur einzeln und mit Abstand kurz angesehen werden. Der Geschäftsführer der Späth'schen Baumschulen, Holger Zahn, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die 60 Mitarbeiter hätten weiter zu tun, auch der Pflanzenverkauf laufe.

An den Kassen wurden Scheiben montiert, Abstandsmarkierungen für Kunden angebracht. Alle Mitarbeiter stünden unter großer Anspannung, sagte Zahn. "Wir wissen ja nicht, was morgen kommt, was nächste Woche kommt." In normalen Zeiten hätte rund um Ostern Hochbetrieb mit Tausenden Besuchern geherrscht.

Mit einem Traditionsfest soll nach bisherigen Planungen am 19. und 20. September an die lange Geschichte des Gartenbaubetriebes erinnert werden. Dieser wurde von Christoph Späth gegründet, die Urkunde stammt vom 11. September 1720. Der mehrmals in Berlin umgezogene Familienbetrieb stieg Anfang des 20. Jahrhunderts nach eigener Darstellung zur europaweit größten Baumschule auf. Die Firma war prägend: Stadtteil und S-Bahn-Station in Berlin wurden Baumschulenweg genannt, der Standort Späthstraße. Ursprünglich wollte die Treuhand den DDR-Betrieb abwickeln. 1997 wurde er dann an eine Späth'sche Erbengemeinschaft reprivatisiert.