Berlin und Brandenburg

Landeslabor in Adlershof schlüsselfertig übergeben

In dem Neubau des Landeslabors werden rund 380 Mitarbeiter arbeiten. Sie untersuchen auch Berliner Lebensmittel und Gewässer.

Nach rund 30 Monaten Bauzeit und Inbetriebnahme beziehen im März die ersten Mitarbeiter ihre Büros und Laborräume.

Nach rund 30 Monaten Bauzeit und Inbetriebnahme beziehen im März die ersten Mitarbeiter ihre Büros und Laborräume.

Foto: Massimo Rodari

Berlin.  Noch ist es ziemlich leer in dem Neubau an der Rudower Chaussee in Adlershof, es riecht nach frisch verlegtem Teppich und Farbe. Viele Möbel fehlen noch. Doch schon Anfang März wird dort das Landeslabor Berlin und Brandenburg (LLBB) einziehen. Am Freitag wurde dem Untersuchungsdienstleister als zukünftigem Nutzer und dem Land Berlin als Mieter der große goldene Schlüssel übergeben. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) wollte den Termin eigentlich persönlich wahrnehmen, doch weil er an der Trauerfeier des verstorbenen Ex-Innensenators und CDU-Politikers Jörg Schönbohm teilnahm, vertrat ihn Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD).

„Es ist wichtig, dass Berlin und Brandenburg solche gemeinsamen Projekte eingehen. Dieses zeigt, dass beide Länder auch im Zeit-und Finanzrahmen bauen können“, sagte sie. Nach 30 Monaten Bauzeit konnte das Gebäude einen Tag früher als geplant übernommen werden. Das liege vor allem an der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten. Ende 2015 hatte das Land Berlin den Baukonzern Hochtief damit beauftragt, ein neues Laborgebäude mit Verwaltung für das Landeslabor zu errichten. Der Neubau entstand nach den Plänen des Architekturbüros Kister Scheithauer Gross aus Köln. Das Land Berlin, vertreten durch die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, hat mit Hochtief als Eigentümer und Bauherr einen Mietvertrag über 30 Jahre abgeschlossen. Der Baukonzern wird das Gebäude auch betreiben.

Neubau wurde wegen Sanierungsstau in Mitte nötig

Das Landeslabor wird in Adlershof drei seiner insgesamt sechs Standorte zusammenführen. Der Neubau war nötig geworden, weil das bisherige Dienstgebäude an der Invalidenstraße in Mitte einen erheblichen Sanierungsstau aufweist und nicht mehr den Anforderungen an einen modernen Laborbetrieb entspricht. Am neuen Standort entstehen auf einer Bruttogeschossfläche von etwa 22.800 Quadratmetern Labore unterschiedlicher Sicherheitsstufen auf insgesamt vier Etagen. Außerdem werden in dem Gebäude Büros, eine Bibliothek, Sozial-und Technikbereiche, sowie eine Cafeteria eingerichtet.

Dort werden Anfang März rund 380 Beschäftigte Platz finden, die zuvor an den Standorten Invalidenstraße, in Potsdam und Kleinmachnow arbeiteten. Weitere Labore befinden sich in Oranienburg und Frankfurt (Oder).

Thomas Gerhardt ist einer der Mitarbeiter, die künftig in dem Neubau tätig werden werden. Es stört ihn nicht, dass er künftig nach Adlershof fahren muss. „Ich freue mich, weil die Situation in dem Gebäude an der Invalidenstraße sehr grenzwertig ist. Dort sind beispielsweise Toiletten defekt und Rohre gehen kaputt“, sagt der Fachbereichsleiter.

Zusammenarbeit im gesundheitlichen Verbraucherschutz

Seit 2009 arbeiten Berlin und Brandenburg im gemeinsamen Landeslabor unter anderem auf den Gebieten gesundheitlicher Verbraucherschutz, umweltbezogener Gesundheitsschutz und Arzneimittelwesen zusammen. Auch Veterinärwesen, Umweltüberwachung sowie Landwirtschaft und Geologie zählen zu den Arbeitsbereichen der Einrichtung. Untersucht wird beispielsweise, ob in Lebensmitteln, Futtermitteln und Kosmetik schädliche Inhaltsstoffe stecken. Und auch die Qualität der Berliner Badegewässer wird dort unter anderem überprüft.