Extremismus

Rechte Gewalt in Schöneweide nimmt zu

Im Vergleich zum Vorjahr nahmen rassistische Pöbeleien und Beschimpfungen um über 300 Prozent zu. Eine Diskussion in der HTW.

Obgleich Szenekneipen wie "Der Henker" geschlossen wurden, haben rechte Übergriffe wieder zugenommen. 

Obgleich Szenekneipen wie "Der Henker" geschlossen wurden, haben rechte Übergriffe wieder zugenommen. 

Foto: imago stock&people / BM

Berlin. Das Register Treptow-Köpenick berichtet von einer Häufung rechter Übergriffe. Dazu gehören Angriffe, Beleidigungen und Bedrohungen auf politische Gegner und von Rassismus Betroffene. Allein im Vergleich zum Vorjahr nahmen rassistische Pöbeleien und Beschimpfungen um über 300 Prozent zu. Auch die Anzahl an Sachbeschädigungen, die einer Gruppe oder Person zugeordnet werden können, stieg deutlich an. Von Beschädigungen betroffen waren auch Parteibüros und Gedenkorte.


„Die Zahlen sind erschreckend. Schöneweide hat wieder ein wachsendes Problem mit Rechtsextremismus.“, erklärt Claudia Fechner, Mitglied im Kreisvorstand der Bündnisgrünen in Treptow-Köpenick. Der Kreisverband hatte zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Lagebild Rechtsextremismus in Schöneweide“ am Campus Wilhelminenhof eingeladen. „Obwohl es nicht mehr so viele Begegnungsstätten der Rechten in Schöneweide gibt und viele rechte Strukturen sich ins Internet und auf Messengerdienste verlagert haben, wohnen viele der früheren aktiven Rechten nach wie vor im Ortsteil.

Das macht sich bemerkbar." Die Kneipe "Zum Henker", eines der wichtigsten Treffpunkte der rechten Szene in Schöneweide, musste 2016 schließen. Die Kündigung des Vermieters war rechtskräftig, so hatte das Berliner Landgericht entschieden.

Der Anstieg rassistischer und NS-verharmlosender Pöbeleien zeigt aber auch eine wachsende Bereitschaft zu Diffamierungen in der Öffentlichkeit.

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