„Nahentsorgungsgebiet – Danke, dass Sie den Wald sauber halten!“ Der Slogan steht unübersehbar auf den orangefarbenen Papierkörben, die die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) unter anderem vor dem Waldspielplatz am Weg zum Teufelssee nahe des Müggelheimer Damms montiert haben. „Sauber halten“ ist die Devise des Pilotprojekts im Forstrevier Teufelssee in Köpenick, wo die BSR vor mehr als einem Jahr, am 1. Juli 2015, in Kooperation mit den Berliner Forsten erstmals die Müllentsorgung im Wald übernommen hat – mit Erfolg. Darin waren sich zumindest am Donnerstag bei der Bilanz nach dem ersten Jahr alle Beteiligten einig.
Das Naherholungsgebiet sei anders als in den Vorjahren, in denen es zunehmend vermüllt war, wieder deutlich sauberer. Die Waldbesucher oder auch Badegäste der Strände am südlichen Ufer des Müggelsees in dem Gebiet nutzen die aufgestellten Papierkörbe und großen Mülltonnen. So soll das Projekt denn auch weitergeführt werden – mindestens bis zum Ende nächsten Jahres. Genauso lange, wie auch das erst in diesem Juni gestartete Nachfolgeprojekt der BSR, die im Test auch die Reinigung von zwölf ausgewählten Parks und Grünanlagen übernommen hat.
„Der Wald ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Großstädter“, betonten am Donnerstag unisono Elmar Lakenberg, Leiter der Berliner Forsten, und BSR-Chefin Tanja Wielgoß. Natürlich, so Tanja Wielgoß, „ist die Reinigung im Wald etwas völlig anderes als die Straßenreinigung am Kudamm oder an der Revaler Straße“.
Die Mitarbeiter der Forsten jedenfalls freuen sich über den täglichen Einsatz der zwei tatkräftigen BSR-Saubermänner in Orange in den Sommermonaten: „Wir sind die Waldpflegeprofis, aber nicht die Reinigungsprofis und können uns jetzt wieder unseren eigentlichen Aufgaben mehr widmen“, sagte Elmar Lakenberg.
300 Millionen Waldbesuche im vergangenen Jahr
Der Leiter der Berliner Forsten schätzt die Zahl der Waldbesuche in Berlin aufgrund einer aktualisierten Umfrage auf etwa 300 Millionen allein im vergangenen Jahr. „Angesichts des Bevölkerungsanstiegs wird diese Zahl weiter steigen“, so Lakenberg. Mit der wachsenden Stadt wachse auch der Müll. Insofern kommt das Pilotprojekt der BSR gerade recht. Das landeseigene Unternehmen hält etwa 300.000 Quadratmeter im Forstrevier Teufelssee sauber. Fünf Strände, ein Lehrpfad rund um das Teufelsmoor, ein Waldspielplatz, ein Parkplatz, viele Rad- und Wanderwege sind stark frequentiert. Die BSR hat dort 50 Papierkörbe und in den Sommermonaten zusätzlich zehn 240 Liter fassende große Mülltonnen angebracht. Etwa 5000 Mal leerten die Mitarbeiter der BSR die Papierkörbe und sammelten knapp 300 Kubikmeter Abfall.
Umweltstaatssekretär Christian Gaebler (SPD), der an dem Termin nicht teilnehmen konnte, äußerte in einer Mitteilung, „dass vor allem die Badestrände früher nach sommerlichen Tagen – und Nächten – ein Ärgernis waren, weil sie völlig vermüllt waren. Seitdem die BSR Strände und Wege sauber hält, erfüllt das Naherholungsgebiet im Forstrevier Teufelssee wieder seinen Zweck: Menschen aus der Großstadt können sich erholen. Und unsere Forstarbeiter können sich ihrer eigentlichen Aufgabe widmen: der Pflege des Waldes.“
Die Kosten fielen niedriger aus als zunächst erwartet
Den Natur- und Grünflächen in der Stadt komme als Erholungs- und Rückzugsgebiet eine hohe Bedeutung zu. Gleichzeitig seien sie wichtig für das Klima und die biologische Vielfalt. Deshalb sei es gut, wenn die BSR Strände und Waldwege reinige, so Gaebler. BSR-Chefin Tanja Wielgoß zeigte sich erfreut darüber, dass unter anderem nicht zuletzt auch aufgrund der Flexibilität des engagierten BSR-Teams der Aufwand weitaus geringer ausgefallen sei, als ursprünglich angenommen. „Statt der zunächst veranschlagten 470.000 Euro liegen die Kosten für das Pilotprojekt für ein Jahr bei etwa 300.000 Euro“, sagte die BSR-Chefin.
Die BSR reagiere flexibel auf die Reinigungserfordernisse im Revier Teufelssee. So werden die Papierkörbe im Sommer beispielsweise zehn Mal häufiger geleert als im Winter. „Die Kolleginnen und Kollegen – und natürlich wir alle mit Ihnen – freuen sich über den Zuspruch der Besucherinnen und Besucher des Forstreviers“, sagte Tanja Wielgoß. Die Erfahrungen aus dem Forstrevier fließen jetzt auch in das Nachfolgeprojekt der BSR ein.
Projekt zur Reinigung von Parks und Grünanlagen
Dieses BSR-Projekt wird in den folgenden Grünanlagen getestet: im Spreebogenpark plus Spreebogenufer und Bereich um den Fernsehturm in Mitte, im Görlitzer Park in Kreuzberg, im „Park am Weißen See“ in Weißensee, im Münsinger Park in Spandau, Paul-Ernst-Park am Südufer des Schlachtensees, Nelly-Sachs-Park plus Skaterbahn und Bolzplatz in Schöneberg, Grünzug Britz und Park am Buschkrug in Britz, im Luisenhain in Köpenick, im Stadtpark in Lichtenberg und auf der Greenwichpromenade in Tegel.


