Wer in Berlin auf Burger in lockerer Atmosphäre, laute Musik und Party steht, kommt am „White Trash“ eigentlich nicht vorbei. Das amerikanisch-mexikanisch angehauchte Restaurant mit integrierter Konzerthalle musste vor zwei Jahren von der Schönhauser Allee an die Spree nach Treptow übersiedeln. Es habe wegen lärmender Gäste Ärger mit den Anwohnern in Prenzlauer Berg gegeben. Auch steigende Mieten hätten dem „White Trash“ zugesetzt, verriet Geschäftsführer Walter Potts damals.

Spätfolge des Umzugs ist nun, dass das "White Trash" Insolvenz anmelden musste. Die Sanierungsarbeiten in der neuen Location am Flutgraben dauerten statt einem halben Jahr rund zwei Jahre. „Es war unglaublich, fast wie am BER“, sagt Potts der Berliner Morgenpost. Die Arbeiten an Sprinkleranlage und Stromversorgung zogen sich hin; weil die Toiletten nicht fertig waren, mussten Dixie-Klos aufgestellt werden. Zeitweise stand deshalb nur die Hälfte der Sitzplätze zur Verfügung, die Einnahmen blieben aus. Die Bezahlung der rund 70 Mitarbeiter wurde am Ende immer schwieriger. Der Baufirma will Potts aber keine Vorwürfe machen. "Es ist eine kleine Firma", sagt er.

Das "White Trash" erfreut sich bei Touristen und Berlinern großer Beliebtheit
Das "White Trash" erfreut sich bei Touristen und Berlinern großer Beliebtheit© David Heerde | David Heerde

Trotzdem soll die Party weitergehen. Der Insolvenzverwalter habe einen Plan ausgearbeitet, so Potts, der hofft, dass die Gläubiger – Hauseigentümer, Banken und Lieferanten – auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Potts ist optimistisch. „Wir sind immer ausgebucht, es läuft eigentlich sogar besser als früher.“ Am vergangen Sonnabend kamen 700 Gäste, so der Geschäftsführer. Ähnlich viele erwartet er auch am kommenden Wochenende.

Bei der Sanierung seien jetzt nur noch Kleinigkeiten zu erledigen. Und am Ende werde es nicht so schlimm sein wie am BER.

2014 musste das Trash die Räumlichkeiten in der Schönhauser Allee verlassen
2014 musste das Trash die Räumlichkeiten in der Schönhauser Allee verlassen© Sergej Glanze | Sergej Glanze

tok/lov