Das Lokal der Rockervereinigung "Gremium MC Darkside" auf den Spreehöfen an der Wilhelminenhofstraße in Treptow ist am frühen Samstagabend von Feuerwehr und Polizei kontrolliert worden.
Laut Augenzeugenberichten waren rund 200 Polizeibeamte im Einsatz. Nach Anrücken der Einsatzkräfte der Direktion 6 gegen 18 Uhr hatten sich etwa 25 Rocker in dem Vereinslokal verschanzt und den Beamten den Zutritt verweigert.
Da der Rockerclub für den Abend eine öffentliche Veranstaltung geplant hatte, wollten die Beamten gemeinsam mit dem Gewerbeamt die notwendigen Genehmigungen kontrollieren. Erst als Polizeibeamte drohten, sich auch gewaltsam Zutritt zu verschaffen, gaben die Rocker in ihrem Vereinsheim nach.
Daraufhin führten auch Mitarbeiter des Polizeilichen Staatsschutzes Gespräche mit der Band. Geplant war der Auftritt der Band "Limited Booz Boys" aus Thüringen. Die Band soll seit Jahren der rechten Szene angehören. Nach eigenen Angaben spielen sie „kraftvollen Hardrock mit keltischen Einflüssen“.
Der ehemalige Gitarrist der Band Henning H. soll nach Medienberichten aus dem selben Umfeld entstammen, wie die NSU-Terroristen Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt. Auf ihrer Website distanzierte sich die Band von rechten Tendenzen.
Im Einsatz in Treptow waren zwei Hundertschaften der Polizei, ein Mobiles Einsatzkommando (MEK) eine Technikereinheit und Einsatzkräfte der Feuerwehr. Es wurden Personen und Fahrzeuge kontrolliert.
Beamte des Gewerbeaußendienstes nahmen die notwendigen Genehmigungen für eine öffentliche Veranstaltung in Augenschein. Sie ließen sich unter anderem die Schanklizenz zeigen, untersuchten, ob der Brandschutz ausreichend bedacht wurde und auch ob die Lebensmittelhygiene eingehalten wurde.
Die öffentlich Veranstaltung wurde schließlich gegen 20.30 Uhr offiziell abgesagt. Die Rocker durften nun zwar privat feiern, aber ohne Live-Musik und ohne auswärtige Gäste.
Die Band reiste nach dem Auftrittsverbot ab. Nach Augenzeugenberichten wurden die Musiker von der Polizei bis zur Landesgrenze begleitet.
ag

