Bereits am Sonnabendvormittag strömen die Menschenmassen in Richtung Tempelhofer Feld. Der S- und U-Bahnhof Tempelhof blieb aufgrund des großen Andrangs gesperrt. Genauso wie zahlreiche weitere Straßen im Umfeld des Tempelhofer Feldes. Doch die Drachen, die dort am Himmel flattern, sind schon von Weitem zu sehen. Groß, bunt und in den unterschiedlichsten Motiven.
Auch in diesem Jahr war das Festival der Riesendrachen für Tausende Besucherinnen und Besucher wieder ein Highlight für Familien, Kinder – und natürlich für Drachenfans jedes Alters. Denn das Fest bot nicht nur ein buntes Unterhaltungsprogramm mit Musik, Sportvorführungen und Kulinarik. Sondern auch aus der Welt des Drachensports.
Etwa 80 professionelle Drachenpiloten waren vertreten. Neben vielen Lokalmatadoren auch einige aus Griechenland, England und China. Robert Kirsch ist Berliner, Drachenpilot und jedes Mal begeistert von dem Spektakel, das sich in der Luft über dem Tempelhofer Feld abspielt. „International ist das Berliner Festival der Riesendrachen eines der größten“, sagt Kirsch. „Dass es dann auch noch auf einer Freifläche mitten in einer Millionenmetropole stattfindet, ist weltweit einzigartig.“
Drachenfest: Internationale Gäste bringen eigenen Stil mit
Kirsch hat in den letzten Jahren selbst seine eigenen Drachen präsentiert. Dieses Jahr ist er allerdings für die Organisation zuständig. „Es ist schön zu sehen, wie vielfältig die Figuren hier sind“, sagt er, während er zum Himmel blickt. „Die internationalen Gäste bringen alle ihren eigenen Stil mit – wenn man genau hinschaut, sieht man die Unterschiede.“ Er zeigt auf eine Reihe dreier bunt verzierter Drachenmotive. „Das sind die chinesischen.“
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Am Sonnabendmittag flattern bereits Hunderte Drachen über den Köpfen der Gäste. Und das, obwohl der Wind besser sein könnte. „Wir haben momentan Mittelwind“, erklärt Kirsch. „Also Windstufe zwei auf drei.“ Doch das reicht. Auch die Sonne kommt immer wieder hinter den Wolken hervor. „Insgesamt also tolle Bedingungen“, sagt der Drachenexperte.
Groß und Klein erleben Drachen-Highlights und Profivorführungen
Das sehen auch die vielen Gäste so. Zwischen den vielen Essensständen und den Bühnen haben sich Jürgen und seine zwei Enkel auf einer Bierbank niedergelassen. „Wir sind extra aus Potsdam gekommen“, erklärt der Großvater. „Das ist für uns jedes Jahr ein Highlight.“ Auch der sechsjährige Paul, Jürgens Enkel, hat dieses Jahr erstmals seinen eigenen Drachen dabei. Auf der Kinderwiese will er ihn heute noch steigen lassen. Direkt neben den Profis also.
Diesen Profis konnte man dann auch noch zuschauen. Bei den Lenkdrachen-Vorführungen präsentierten mitunter Welt- und Europameister ihr Können. Für Robert Kirsch ist es genau dieses Zusammenspiel aus verschiedenen Vorführungen, was das Event für ihn so besonders macht. Ein persönliches Highlight? Hat er nicht. „Die gesamte Veranstaltung ist zusammengenommen das Highlight für mich“, sagt er.
Die schönsten Bilder vom Drachenfest auf dem Tempelhofer Feld
Doch während er spricht, baut sich hinter ihm dann doch noch ein echter Höhepunkt auf: der Megazwerg. Die Figur eines Zwerges, der alles andere als klein ist. 30 Meter misst er in der Länge. Es dauert eine gewisse Zeit, bis er sich aufgebaut hat. „Drei bis fünf Minuten – bei gutem Wind“, erklärt Kirsch. Dann hat sich der Zwerg mit Luft gefüllt und hebt ab, in die Luft über das Tempelhofer Feld. Gemeinsam mit den anderen Drachen.















