In der Alten Feuerwache auf dem Tempelhofer Feld ist am Freitagnachmittag das Festival für ein freies Tempelhofer Feld gestartet. Mit Musik, Lesungen und Gesprächen will die Initiative „100 % Tempelhofer Feld“ drei Wochen vor der Berlin-Wahl das Feld als Freiraum in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken.
Dabei kamen viele Prominente aus Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen, um sich gegen eine Bebauung des Feldes auszusprechen. „Das Tempelhofer Feld ist ein ganz besonderer Ort, der allen gehört“, sagte etwa die Schauspielerin Jella Haase. „Wenn das Feld bebaut wird, ist es aber nur noch ein Ort, der wenigen gehört.“ Das sei nicht gerecht.

Gemeinsam mit dem Schriftsteller Björn Kuhligk ist sie eine der Organisatorinnen und Organisatoren des Festivals. Haase, die selbst in der Nähe des Tempelhofer Feldes wohnt, erklärte der Berliner Morgenpost: „Berlin hat sich in den letzten Jahren stark verändert – auch aufgrund von falschen Entscheidungen.“ Sie fürchte, dass dieses Gefühl der Freiheit, das es einmal gab, zunehmend verloren gehe. Eine Randbebauung mit Wohnungen, so wie es die CDU will, lehnen sie und die anderen Organisatoren des Festivals daher ab.
CDU ist für Randbebauung des Tempelhofer Feldes
Politisch ist der Wohnungsbau auf dem Feld umstritten. Tempelhof ist tabu, seit ein Volksentscheid 2014 jeglicher Bebauung dort eine Absage erteilt hat. Die CDU spricht sich jedoch für eine Randbebauung mit Wohnungen aus. Spitzenkandidat Stefan Evers hatte zuletzt bei einer Diskussion der Berliner Morgenpost betont, es sei nicht vermittelbar, wenn etwa im Osten der Stadt viele Freiflächen bebaut werden, das Tempelhofer Feld mit viel Potenzial für Wohnungsbau aber frei bleibe.
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Die Initiative „100 % Tempelhofer Feld“ sieht das anders. Das Tempelhofer Feld sei ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen können, erklärte Jella Haase. Wenn dieser Platz mit Wohnungen bebaut werde, sei das nicht mehr möglich. Das sei „ein großer Verlust für Berlin“, erklärte die Schauspielerin.
„Wenn hier Wohnungen gebaut werden, dann teure Wohnungen“
Mit-Veranstalterin Petra Schwuchow sieht das genauso. „Es ist eine Lüge, dass eine Bebauung des Tempelhofer Feldes das Berliner Wohnungsproblem lösen würde“, sagte sie der Berliner Morgenpost. Wenn Wohnungen gebaut werden würden, dann seien das keine günstigen Sozialwohnungen, sondern teure Wohnungen, befürchtet sie. Denn Bauen auf dem Tempelhofer Feld sei nun mal teuer. „Hier gibt es keine Infrastruktur, keine Gas- und Wasserleitungen.“ Das müsse alles erst geschaffen werden. Dementsprechend teuer seien dann die Wohnungen.
Außerdem würden ausgerechnet jene Flächen, die hauptsächlich zur Freizeitgestaltung genutzt werden, einer Randbebauung zum Opfer fallen. Den wichtigen Freiraum Tempelhofer Feld zu erhalten und gleichzeitig Wohnungen zu bauen, sei daher nicht möglich.
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Zahlreiche Prominente folgten dem Aufruf der Initiative. Für den Abend waren Lesungen unter anderem von Albrecht Schuch, Arne Semsrott, Max Czollek und Volker Kutscher geplant. Zudem ein Gespräch mit Luisa Neubauer und weiteren Gästen sowie Musik von Ton Steine Scherben.
Der einzige Wermutstropfen war das Wetter. Kurz nach Beginn des Festivals um 16 Uhr brach heftiger Regen über das Tempelhofer Feld herein. Das Programm, das am Neulich-Biergarten unter freiem Himmel geplant war, musste daher ausfallen. Darunter verschiedene Konzerte und das Kinderprogramm. Dieses soll jedoch am Sonntag nachgeholt werden.





