Nach Schüssen auf einen 38 Jahre alten Mann in Berlin-Schöneberg hatte die Polizei bereits Ende März drei Verdächtige in Darmstadt (Hessen) festgenommen. Dabei handele es sich um drei 19, 20 und 21 Jahre alte Männer, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Die Festnahmen erfolgten im Zuge von Wohnungsdurchsuchungen bei den Verdächtigen. Ein Ermittlungsrichter erließ Haftbefehle. 

Am Dienstag meldete die Berliner Polizei nun die Festnahme eines weiteren Mannes durch Kräfte der südhessischen Polizei in Amtshilfe. Der 20-Jährige sei aufgrund eines von der Ermittlungsgruppe Telum der Staatsanwaltschaft Berlin erwirkten Haftbefehls bereits vor einigen Tagen festgenommen worden, als er mit drei weiteren Personen im Auto eines Fahrdienstleisters saß. Der Mann versuchte vergeblich zu flüchten und warf dabei eine scharfe Schusswaffe weg.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Berlin durchsuchten die Einsatzkräfte im Anschluss das Fahrzeug, ein Hotelzimmer des 20-Jährigen sowie eine vorangegangene Aufenthaltsanschrift des Beschuldigten. Dabei fanden die Beamten eine zweite scharfe Schusswaffe. Der Mann wurde inzwischen dem Amtsgericht in Aschaffenburg zur Verkündung des Haftbefehls vorgeführt. Das Gericht setzte diesen in Vollzug. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

Allen vier festgenommenen Männern wird vorgeworfen, am 22. März von Darmstadt aus nach Berlin gefahren zu sein. In Schöneberg sollen sie in der Nacht den 38-Jährigen aus seiner Wohnung gelockt und auf ihn geschossen haben. Der Mann erlitt schwere Verletzungen, die Täter entkamen zunächst unerkannt. Lebensgefahr bestand nicht.

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Schüsse passen in Muster organisierter Kriminalität

Der Angriff reiht sich ein in zahlreiche ähnliche Taten mit Schüssen auf Menschen im kriminellen Milieu mit Leicht- und Schwerverletzten. Oft handelt es sich laut Polizei um Erpressungen von Geschäftsleuten sowie Revierkämpfe und Auseinandersetzungen in der organisierten Kriminalität. 

Auch in diesem Fall ermittelt eine speziell für die ständige Schusswaffenkriminalität im November eingerichtete Sondereinheit des Landeskriminalamtes (LKA) „Ferrum“ (lateinisch, übersetzt: „Eisen“). Durch Razzien in Bars und an Treffpunkten soll die organisierte Kriminalität unter Druck gesetzt werden.

dpa