1326 Organisationen und Privatpersonen haben sich bis Montagnachmittag bei der Berliner Morgenpost gemeldet, um tonnenweise Kartoffeln zu retten. Auf einem Hof bei Leipzig lagern 4000 Tonnen Kartoffeln, der Käufer wollte sie nicht abholen.
Gemeinsam mit Ecosia und der Osterland Agrar GmbH startete die Berliner Morgenpost eine Aktion, um Kartoffeln kostenlos in Berlin zu verteilen. Warum macht man bei so einer Aktion mit? Wir haben bei einer Verteilstation angerufen.
Ein besonderer Ort in Schöneberg
Die Malzfabrik ist ein 50.000 Quadratmeter großes Industrieareal in Schöneberg. Stillgelegt und wiederbelebt. 1914 beschloss die Schultheiss Brauerei AG, auf dem Areal eine Mälzerei zu bauen. 1996 wurde sie dichtgemacht. Heute dienen die historischen Gebäude Unternehmern, Künstlern und Engagierten als Zuhause. Und bald auch einer Tonne Kartoffeln.
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Ulrike Peters vom Team der Malzfabrik erklärte auf Anfrage der Berliner Morgenpost: „Ich hab‘ das Gefühl, eine Tonne wird nicht reichen.“ Schon am Montag erreichte die Malzfabrik ein Anruf, jemand wolle 50 Kilogramm Kartoffeln abholen. Warum macht die Malzfabrik mit? Ursprünglich wollte sich lediglich ein Mieter der Malzfabrik beteiligen, erzählt Peters – der Acker e.V. Aber eine Tonne Kartoffeln zu lagern und zu verteilen, ist „logistisch aufwendig“, wie sie sagt. Und so ist der Verein auf das Management des Areals zugegangen. Peters besprach sich mit der Geschäftsleitung. Ergebnis: „Wir probieren das aus.“ Und so organisiert jetzt die Malzfabrik die Ausgabe.
Malzfabrik: Letztes Jahr Weltrekord, dieses Jahr eine Tonne Kartoffeln
Schon im vergangenen Jahr hat man mit einer ähnlichen Aktion gute Erfahrungen gemacht: Damals verteilte das Unternehmen Sirplus kostenlos rund 187.076 gerettete Lebensmittel in der Malzfabrik. Doch auch 1000 Kilogramm Kartoffeln sind eine große Herausforderung – vor allem, weil Frost droht, was die Lagerung schwieriger machen könnte. Zudem braucht es einen ebenerdigen Ort, der noch dazu für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Die Aktion passt augenscheinlich gut zur Malzfabrik. Auf dem Gelände gibt es mehrere Naturgärten und eine Stadtfarm. „Die Malzfabrik hebt sich besonders durch ihre nachhaltige Positionierung hervor“, heißt es auf der Website. „Sehr cool“ sei die Kartoffel-Aktion, sagt Peters, die sich freut, die Lebensmittel zu retten. Voraussichtlich am Freitag, den 16. Januar, sollen dort die Kartoffeln ab 9 Uhr abgeholt werden können. Wo genau auf dem Gelände, ist noch nicht klar. Eine Tonne Kartoffeln ist schwierig zu bewegen, der Ausgabeort wird aber ersichtlich sein.
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