Als Klaus-Jürgen Rattay am 22. September 1981 starb, war er gerade einmal 18 Jahre alt. Bei der Flucht vor der Polizei, die gerade ein besetztes Haus in der Bülowstraße 89 im damaligen West-Berlin räumte und Demonstranten auf die Straße drängte, kam der Hausbesetzer unter einen Bus und wurde tödlich verletzt. Am Mittwoch, exakt 40 Jahre nach seinem Tod, ehrte der Bezirk Tempelhof-Schöneberg Rattay mit einer neuen Gedenktafel an der Potsdamer Straße 127 Ecke Bülowstraße, dort wo Rattay ums Leben kam.
Es ist bereits die zweite Tafel, die an dieser Stelle in den Boden eingelassen wurde. Im Herbst 2017 wurde die Betonplatte bei Bauarbeiten beschädigt und danach nicht wieder eingesetzt. Die Bezirksverordneten von Tempelhof-Schöneberg hatten in diesem Jahr beschlossen, eine neue Platte anfertigen zu lassen. Diesmal aus Eisen. Gefertigt worden war diese von den Künstlern Susanne Roewer und Gerhard Haug.
Rattays Tod löste Protestwelle aus
Im Beisein von Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) wurde die Tafel am Mittwoch enthüllt. „Die Hausbesetzerbewegung ist ein Teil der Schöneberger Geschichte. Ohne sie wären viele Häuser im alten West-Berlin Spekulationen zum Opfer gefallen und abgerissen worden. Mit der Legung des neuen Gedenksteins erinnern wir an den Tod von Klaus-Jürgen Rattay und halten Geschichte wach“, so Angelika Schöttler.
Der Tod Rattays hatte eine Welle des Protests ausgelöst. Am Ort des Gedenkens kam es im Anschluss zu Auseinandersetzungen zwischen der Besetzerszene und der Polizei. Es wurde eine Mahnwache eingerichtet. In vielen deutschen Städten gab es Solidaritätsbekundungen.


