Schöneberg bekommt als erster Berliner Bezirk eine „Panchina Rossa“. Noch in diesem Jahr soll die „rote Bank“ auf dem Grazer Platz in Schöneberg aufgestellt werden und so ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen. Im September erst hatte die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beschlossen, ein solches Symbol nach Tempelhof-Schöneberg holen zu wollen. Nun konnte das Bezirksamt bereits mitteilen, den Beschluss noch in diesem Jahr umsetzen zu wollen.

Sehr zur Begeisterung der SPD-Fraktion, auf deren Vorschlag die rote Bank nun nach Berlin kommt. „Ich freue mich sehr, dass unser Anliegen, Menschen durch eine „Panchina Rossa“ für das Thema geschlechtsspezifische Gewalt zu sensibilisieren, so positiv aufgenommen wurde und auch fraktionsübergreifend Unterstützung gefunden hat“, sagt Manuela Harling, Sprecherin für Frauen-, Queer- und Inklusionspolitik der SPD-Fraktion. Damit zeige der Bezirk, dass „Gewalt gegen Frauen in Tempelhof-Schöneberg und dem Rest der Welt keinen Platz hat“.

Projekt „Panchina Rossa“ kommt aus Italien

Wie der Name „Panchina Rossa“ vermuten lässt, stammt das Vorbild dieser Aktion aus Italien. 2016 wurde in der italienischen Stadt Perugia die erste rote Bank aufgestellt. Es folgten Turin, Mailand, Cambiano und Florenz. Inzwischen machen auch deutsche Städte mit. Darunter Potsdam oder die weiter entfernten Städte Speyer und Mannheim.

Das Aussehen der Bänke kann je nach Interpretation etwas variieren. Die im Foyer der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam (SLB) aufgestellte Bank hat eine Besonderheit. Auf ihr sitzt nämlich eine Frauenskulptur.

Zahlen aus Deutschland zeigen, dass Gewalt gegen Frauen ein immer ernster zu nehmendes Problem darstellt: Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (Tel. 08000 116 016, kostenlos) verzeichnete im Jahr 2021 54.000 telefonische Beratungen mehr als im Vorjahr. Auch 2020 waren die Zahlen bereits gestiegen. Die Mehrheit der Anruferinnen suchte Rat aufgrund von häuslicher Gewalt. Am häufigsten geht Gewalt gegen Frauen wie Belästigung, körperlicher oder psychischer Schmerz sowie Vergewaltigungen von Partnern oder Ex-Partnern aus.

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