Für die vom Durchgangsverkehr stark betroffene Gartenstadt Neu-Tempelhof erstellt der Bezirk Tempelhof-Schöneberg derzeit ein Verkehrskonzept. Welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden sollen, um den Verkehr zu entschleunigen – dabei können Bürger mitreden. Dafür steht bis zum 20. November eine Online-Befragung bereit, die über die Internetseite des Bezirksamts abrufbar ist.

Ziel der Befragung ist es, alle Verkehrsteilnehmenden in den Blick zu nehmen. Fokus liegt jedoch auf den Kritikpunkten von Radfahrenden und Fußgängern, um konkrete Maßnahmen zu erarbeiten, die den motorisierten Verkehr zurückdrängen und die Infrastruktur verbessern. Erfragt werden Verbesserungsvorschläge und welche konkreten Bereiche und Situationen gefährlich erscheinen.

Gartenstadt Neu-Tempelhof: Umfrageergebnisse fließen in weitere Planung ein

Durch die Teilnahme könne man sich aktiv an der Gestaltung des Gartenstadt-Verkehrs beteiligen, so das Ingenieurbüro IVAS, das die Umfrage erarbeitet hat. „Die Umfrageergebnisse sollen wichtige Hinweise für die weitere Erarbeitung des Verkehrskonzeptes liefern.“

Anwohnende und auch die Kommunalpolitik haben in der Vergangenheit mehrfach ein Eingreifen in der Gartenstadt gefordert. Besonders zur Rushhour durchqueren viele Fahrzeuge über die Manfred-von-Richthofen-Straße und die Boelckestraße das Wohngebiet, um dem Verkehr auf dem Tempelhofer Damm auszuweichen. Nicht selten werden dabei auch die schmalen Anwohnerstraßen genutzt.

Gartenstadt: Boelckestraße soll Radweg bekommen

Obwohl im gesamten Gebiet keine Radwege vorhanden sind, nutzen viele Fahrradfahrer die Gartenstadt. Das hat eine Analyse von IVAS ergeben. Präsentiert wurden die Ergebnisse am 20. Oktober in einer Bürgerveranstaltung. Auch Fußgänger finden zu wenige Möglichkeiten, Hauptverkehrsadern wie die Boelckestraße sicher zu überqueren. Aus diesem Grund müsse nun laut Bezirk und Ingenieurbüro die Verkehrssicherheit erhöht werden. So soll etwa die Boelckstraße mit einem Radweg ausgestattet werden.

Eine Anwohnerinitiative fordert schon seit mehreren Jahren, den Verkehr aus dem Gebiet zurückzudrängen. „Es geht voran beim Thema Durchgangsverkehr“, freute sich deshalb vor Kurzem Anwohner Ulli Kulke, der die Sicht viele Anwohner regelmäßig in einem Newsletter zusammenträgt und konsequent Maßnahmen gegen den Verkehr gefordert hatte.