Fahrradfahrer sind in Schöneberg nun sicherer unterwegs. Am Freitag konnte der geschützte Fahrradweg an der Bülow- und Kleiststraße zwischen Kleine Bülowstraße im Osten und Urania im Westen offiziell eröffnet werden. In nur zehn Wochen konnten Fahrbahnerneuerung und Markierungsarbeiten auf dem 1,4 Kilometer langen Stück beidseitig umgesetzt werden – mit freundlicher Unterstützung aus Friedrichshain-Kreuzberg.
Denn dieses Tempo war nur möglich, weil der Nachbarbezirk Amtshilfe leistete und das eigene Personal für die Planung des Radweges zur Verfügung stellte. Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg hatte die Verwaltung in Friedrichshain-Kreuzberg im August um Unterstützung bei der Radwegplanung gebeten, weil im eigenen Hause das Personal fehle, so die Begründung.
Bülowstraße: Aus drei Spuren für Autos wurden zwei
Zum Anradeln am Freitag war deshalb neben der scheidenden Bezirksverkehrsstadträtin aus Tempelhof-Schöneberg, Christiane Heiß (Grüne), auch Mehmet Dilek vom Straßen- und Grünflächenamt Friedrichshain-Kreuzberg gekommen. „Ich bin froh, dass wir es geschafft haben, den Radweg bis zum Jahresende fertigzustellen – obwohl die Zeit sehr eng war“, so Dilek.
Auf dem neu strukturierten Abschnitt finden Autofahrer statt drei nun nur noch zwei Fahrspuren vor, Parkplätze gibt es weiterhin. Sie befinden sich nun zwischen Fahrbahn und Radweg. Poller sollen illegales Parken und Halten auf dem Radweg verhindern. Liefer- und Haltezonen wurden ebenfalls eingeplant. Für den Radweg fällt also eine Fahrspur weg. Gesamtkosten: 800.000 Euro.
Bülowstraße: Eine der gefährlichsten Rennstrecken
Der Radweg bedeute aber nicht nur mehr Sicherheit für Fahrradfahrer, so Christiane Heiß. „Diese Maßnahme ist ganz klar eine Maßnahme gegen illegale Autorennen.“ Die Bülowstraße sei eine der „gefährlichsten Rennstrecken des Bezirks“. „Wir tun also etwas für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden“, so Heiß.
Am östlichen Ende des Radwegs, zum Übergang an der Kleinen Bülowstraße, konnte bislang lediglich ein gelb markierter Pop-up-Radweg angelegt werden. „Hier sind größere Umbauarbeiten nötig“, so Christiane Heiß.
Nollendorfplatz soll umgebaut werden
Am Nollendorfplatz wurde der Verkehr ebenfalls neu geregelt. Für die geradeaus fahrenden und nach rechts abbiegenden Fahrradfahrer wurden die Wege rot markiert. Poller sollen an einigen Stellen verhindern, dass Autofahrer die Flächen befahren. Eine Umgestaltung des Straßenverlaufs erfolge aber dennoch, da die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) planen, den U-Bahn-Tunnel zu sanieren, wie Christiane Heiß sagte. „Das kann aber frühestens im nächsten Jahr losgehen.“
Markus Kollar vom ADFC Schöneberg nannte die zügige Umsetzung des Radwegs „beachtlich“. „Wir brauchen jedoch die Verlängerung nach Westen hin“, so Kollar. Denn bislang endet der Fahrradweg an der Urania und knapp vor der Bezirksgrenze zu Charlottenburg. „Ein Teilstück ist noch nicht alles. Wir brauchen ganz viel davon.“ Hier seien die Planungen für eine Fortsetzung in Richtung Tauentzienstraße bereits „weit fortgeschritten“, sagte Heiß.
Die Arbeiten am Tempelhofer Damm, wo ebenfalls eine geschützte Radspur angelegt werden soll, haben anders als angekündigt in dieser Woche noch nicht begonnen. Aus welchen Gründen konnte aber auch Christiane Heiß nicht sagen.



