Schule

Hygieneplan für saubere Schulen – auch nach der Pandemie

Der Hygieneplan verbessert die Situation zum Teil. Eine regelmäßige Grundreinigung gibt es aber noch immer nicht an allen Schulen.

Toiletten und Fußböden müssen in Schulen laut des „Hygieneplans Corona“ zwei Mal am Tag gesäubert werden.

Toiletten und Fußböden müssen in Schulen laut des „Hygieneplans Corona“ zwei Mal am Tag gesäubert werden.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Die bezirklichen Schulen in Tempelhof-Schöneberg sind noch immer nicht so sauber, wie sich das Schüler, Eltern und Bezirkspolitiker wünschen. Der coronabedingte Musterhygieneplan für Berlins Schulen hätte zwar einige Verbesserungen gebracht, sagt Martina Zander-Rade, schulpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion der BVV. Dennoch sieht sie weiterhin Missstände. Die meist in den Ferien stattfindende Grundreinigung etwa bekommen nur bestimmte Schulen – und auch nur auf Antrag.

Gleiches gilt für die zweite tägliche Reinigung, die die Grünen Anfang des Jahres für alle Schulen im Bezirk gefordert hatten und nur an sechs Schulen eingeführt wurde. Die Grünen-Politikerin fordert, dass die Verbesserungen in Sachen Sauberkeit schneller vorankommen und neu eingeführte nach der Pandemie nicht einfach wieder zurückgefahren werden.

„Berliner Schulen sind eklig“, sagt Martina Zander-Rade. Das habe sich über all die Jahre und auch nach der Auslagerung der Schulreinigung an externe Firmen nicht wirklich verändert, lautet ihr Urteil. Besonders haarsträubend sei die Situation auf den Toiletten, sagt sie. Kein Toilettenpapier, keine Seife und ein Geruch, den man häufig schon vom Weiten wahrnehme, beschreibt es die Vorsitzende des Schulausschusses der BVV. Hier gebe der Hygieneplan nun explizit vor, dass Seife, Einmalhandtücher und Toilettenpapier in ausreichenden Mengen zur Verfügung gestellt werden müssen. Hinzukomme die tägliche Reinigung von Toilettensitzen, Armaturen, Waschbecken und Fußböden.

Ein Minimum, das eigentlich selbstverständlich sein sollte, so Zander-Rade. Wie Tempelhof-Schönebergs Bezirksstadtrat Jörn Oltmann (Grüne), in der jüngsten BVV erklärte, würden im Rahmen des Hygieneplans nun auch Türklinken und Griffe, Treppen- und Handläufe, Lichtschalter, Tische, Computermäuse, Tastaturen und Telefone gereinigt. Er reagierte damit auf eine mündliche Anfrage des Bezirksverordneten und Mitglied des Bundestags, Kevin Kühnert (SPD).

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Eine Forderung der Grünen sorgte jüngst für besonders viel Diskussion unter den Bezirksverordneten: Auch Kontaktflächen sollten jeden Tag mit gereinigt werden. Insbesondere Kühnert, der nun die mündliche Anfrage zum Thema stellte, argumentierte gegen die Vorschläge der Grünen. Sie seien „etwas drüber“ und nicht realistisch, urteilte Kühnert. Die Reinigung der Kontaktflächen sei zum einen Teil der Grundreinigung, so Oltmann weiter. Zum anderen sei diese aber inzwischen auch Teil des Corona-Hygieneplans für Schulen.

Im Falle von Sport-, Umkleide- und Duschräumen sowie Fach-, Gemeinschaftsräumen und Räumen für die Nachmittagsbetreuung, außerdem Mensen und Caféterien habe sich auch in Zeiten von Corona nichts verändert. Dort werde nach wie vor ein Mal am Tag gereinigt, erläutert der Stadtrat.

Grüne fordern mehr Kontrolle nach Schulreinigung

Da all diese Forderungen nur Sinn hätten, wenn man sie auch kontrolliere, forderten die Grünen verstärkte Kontrollen, die bislang von den Schulen selbst durchgeführt werden. Hier wolle man die Stellschrauben offensichtlich nicht enger stellen, wie aus Oltmanns Antwort hervorgeht. Im Gegenteil. Da die Reinigungsbranche in der „andauernden Corona-Krise extrem fragil“ sei, wolle man bei der Wertung von Mängeln besonders umsichtig sein.

Martina Zander-Rade fehlt das Verständnis dafür, dass noch immer Forderungen nach mehr Sauberkeit in Schulen nötig sind. „Seit ich Bezirksverordnete bin, fordere ich eine bessere Schulreinigung“, sagt sie. Jetzt, während der Pandemie, sei nun endlich ein Verständnis dafür entstanden, so ihr Eindruck. „Aber es kann doch nicht sein, dass man in der Schulpolitik immer über dreckige Toiletten sprechen muss“, so Zander-Rade. Lobende Worte findet sie für den Bereich Facility Management des Bezirks, der sich „vorbildlich“ für die Umsetzung des Hygieneplans eingesetzt hätte. Und dennoch höre sie aus einigen Schulen, dass sich nichts verändert habe. Andere Schulen zeigten sich sehr zufrieden.