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Tempelhof-Schöneberg

Grüne wollen kostenlose Tampons und Binden

Auf den öffentlichen Toiletten in den Rathäusern sollen Frauen wie kürzlich in Schottland beschlossen Damenhygieneartikel vorfinden.

Die Grünen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg wollen in Sachen Damenhygieneartikel dem schottischen Vorbild folgen.

Foto: panthermedia / imago images

Berlin.  Berlin spricht über vereinzelte Engpässe beim Toilettenpapier, die Grünen-Fraktion in Tempelhof-Schöneberg über Hygieneartikel für Frauen. Zur Grundausstattung auf öffentlichen Damentoiletten gehören kostenlose Menstruationsprodukte wie Tampons und Binden, findet die Fraktion, die nach schottischem Vorbild einen Modellversuch starten möchte. Angefangen mit den beiden Rathäusern in Tempelhof und Schöneberg sowie dem Gemeinschaftshaus in Lichtenrade soll das Bezirksamt prüfen, ob und wie es umsetzbar wäre, kostenlos Hygieneartikel für Frauen bereitzustellen.

Auch in der eigenen Fraktion habe es zunächst ganz unterschiedliche Gefühle zum Thema Menstruation gegeben, sagt Aferdita Suka, Grünen-Sprecherin für Gesundheit und Soziales. Aber dann sei die Diskussion offener geworden. Etwas, dass der Vorschlag der Grünen gleichzeitig zum Ziel hat. „Die Thematisierung führt zur Enttabuisierung. Das haben die Schotten geschafft“, sagt sie. „Mit unserem Antrag wollen wir auch hier zu einem solchen Bewusstseinswandel beitragen“, so die Grünen-Politikerin.

Der finanzielle Nachteil der Frauen soll ausgeglichen werden

Erst gegen Ende Februar hat das schottische Parlament das Gesetz „Period Products (Free Provision) Scotland Bill“ erlassen. Es sieht vor, dass Frauen auf öffentlichen Toiletten in Gemeindezentren, Jugendclubs oder Apotheken Damenhygieneartikel wie Binden und Tampons vorfinden und kostenlos nutzen können. Schottland will so den finanziellen Nachteil, den Frauen durch den Erwerb der Hygieneartikel haben, ausgleichen.

Da diese Produkte natürlich auch in Deutschland ihren Preis haben, will man auch in Berlin erstmalig einen Versuch wagen und zunächst eine Prüfung in Auftrag geben. Darin enthalten, sind auch die Kosten, mit denen der bezirkliche Haushalt belastet werden müsste. „Es kann nicht sein, dass diese Hygieneartikel jemandem nicht zur Verfügung stehen,“ sagt Aferdita Suka.

Jährlich wird ein riesiger Umsatz mit den für so viele Frauen notwendigen Tampons, Binden und Co. gemacht. In Deutschland wird in diesem Jahr mit einem Umsatz von 584 Millionen Euro im Bereich Damenhygieneartikel gerechnet, Tendenz leicht steigend. Erst zum Jahreswechsel wurde die Mehrwertsteuer vom vollen Satz von 19 auf sieben Prozent herabgesenkt. Einige Hersteller reagierten darauf allerdings mit Preiserhöhungen.

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